Autobahn! Druck wächst!

Wie weit die Planungen zur verlängerten Autobahn 14 gediehen sind, dafür interessieren sich Ausschuss-Mitglieder und sachkundige Einwohner gleichermaßen. Foto: Hertzfeld

tz Stendal. Autobahn14-Planer Jörg Przesang vermag keinen konkreten Termin zu nennen. "Der Druck wächst! Hier warten alle auf einen schnellen Baubeginn", lässt Ralf Bergmann Verkehrs-Minister Dr. Karl-Heinz Daehre ausrichten.

2008, 2009… "Die Vorbereitungen laufen. Alle sitzen in den Startlöchern", weiß Jörg Przesang. Ab wann genau nun Bauarbeiter die Autobahn14 nach Norden durch die Altmark verlängern, sagt der Vertreter des Verkehrs-Ministeriums bei abendlicher Sitzung des Kreis-Bauausschusses aber nicht. Nur noch soviel: "Bis 2013/15 muss das Projekt realisiert sein." Und einige mittwöchige Minuten später: "Wir müssen rechtssicher sein." Der von Umweltschützern erwirkte Baustopp der A143 im Süden hat die Landesregierung offenbar vorsichtig gemacht.Bundesverkehrswegeplan samt Bedarfsplan, Vorplanung 2003, Raumordnungsverfahren 2004, Linienbestimmung, Entwurfsplanung ab 2005, Planfeststellung… Jede Menge Papier, viele Kilometer und reichlich Geld: Die annähernd 97 neuen Autobahn-Kilometer in Sachsen-Anhalt kosten unterm Projekt-Strich circa 510 Millionen Euro. Das planerische Auge sieht eine Tank- und Rastanlage nahe Burgstall. Die vier "Parkplätze mit WC" heißen "Elbe-Aland-Niederung", "Altmark", "Stendal Süd" und "Wolmirstedt".Przesang zeigt Karten, auf denen A14-Trasse und Bundesstraße189 eins sind, zumindest in einigen Abschnitten. Allerdings nur scheinbar und der Ausschnittsgröße wegen. "Die Autobahn lehnt sich an die Bundesstraße an", erklärt der Fachmann. Heißt: Die neue Strecke kommt der älteren, kleinen Schwester teilweise verdammt nahe. Die B189 "wird nur noch eine regionale Funktion haben". Verantwortliche stufen die Bundes-Piste zur Landesstraße oder noch tiefer herab. Konkrete Gespräche müssten allerdings noch geführt werden.Sachsen-Anhalts Abschnitt der 155 Kilometer langen Nordverlängerung teilen Planer in neun Einheiten. Eine davon zieht sich durch die Heide: möglichst dicht an der B189 entlang, 13 Bauwerke, Anschlussstelle Landesstraße 30… Und für Lüderitz: Lärmschutz, 520 Meter lang, sechs Meter hoch. Sowie grundsätzlich: "Wir versuchen Abstände zu finden, damit solche Maßnahmen unnötig sind." Doch gerade die Topografie setze nunmal Grenzen. Deshalb gebe es da und dort eben Wall, Wand oder "passive" Lösungen wie Schallschutz-Fenster.Apropos Schutz: "Planer sind auf der Strecke geblieben", insbesondere im Umweltbereich, meint Ralf Bergmann (SPD), Mitglied in Kreis- und Landtag. Wenn es alsbald um Bauaufträge gehe, müssten regionale Macher besser beteiligt sein, wobei wirklich "leistungsstarke Firmen" in der Altmark eher selten zu finden sein dürften. Wirken regionale Firmen als Subunternehmen, müsse auf vernünftige "Entgelte" geachtet werden.Przesang vernimmts, betont seinerseits, dass nicht immer kleine Vergabe-Lose sinnvoll und erlaubt sind, ab einem bestimmten Betrag eh nunmal verstärkt europäischer Wettbewerb herrsche. Kurzum: "Es ist ein sehr schwieriges Feld."

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