„Auch Menschen sind Bestandteil der Natur"

Stendal. Der Vorsitzende der Aktion BASTA 14, Peter Pielert, nahm sich die Zeit, mit Siegfried Knöpfel, Betriebsleiter der Zeitfracht Nutzfahrzeuge GmbH & Co. KG Stendal, einem Dienstleister aus der Automobilbranche, über das Thema Autobahn 14 zu sprechen.Pielert:

Herr Knöpfel, weshalb braucht ein Dienstleistungsunternehmen wie Ihres eine gute Verkehrsanbindung wie die A14?Knöpfel: Insbesondere mit der Industrialisierung der Gesellschaften ist eine Symbiose zwischen produzierenden Firmen und Dienstleistern entstanden, die sich kontinuierlich weiterentwickelt, verzweigt und spezialisiert hat. Unser Unternehmen dient der Dienstleistungsbranche im Verkehrsgewerbe, in dem sie deren Fahrzeuge repariert, wartet, ausrüstet und versorgt. Mit anderen Worten, all unsere Kunden benötigen Straßen und wenn sie nicht in guter Qualität hier vorhanden sind, haben wir schon ein Problem unseren Umsatz zu halten, geschweige auszuweiten.Pielert: Wie kommt es, dass Ihr Unternehmen seinen Sitz in unserer Region hat? Für Sie gäbe es doch sicher attraktivere Standorte!Knöpfel: Wir fühlen uns hier zu Hause und möchten es auch gerne bleiben. Hervorgegangen sind wir aus dem ehemaligen Kraftverkehr Stendal, er fungierte von 1991 bis 1997 als Profitcenter der Altmark Trans GmbH und seit August 1997 als selbstständige Firma unter der Zeitfracht Holding GmbH. Schon 1991 weiteten wir das Geschäft aus und sind seitdem ununterbrochen als eine MAN-Vertragswerkstatt tätig. In unserer speziell ausgerüsteten Werkstatt werden Nutzfahrzeuge und Kraftomnibusse instand gesetzt und den gesetzlichen Prüfungen unterzogen. Fahrzeugwäsche und Tankstelle vervollständigen den Leistungsumfang. Die Verwendung von umweltfreundlichen Materialien sowie vorbeugender Instandsetzung und Bereitstellung von Rapsöl als Kraftstoff an der Tankstelle, machen uns zu einem umweltbewusst denkenden Unternehmen.Pielert: Warum eigentlich drängt eine KfZ-Werkstatt auf die Erschließung der Region durch die Nordverlängerung der A14?Knöpfel: Ganz einfach, aus Geschäftsinteresse. Eine Autobahn ist für nahezu alle produzierenden Firmen ein Standortfaktor, für viele ein KO-Kriterium, wenn keine Autobahn da ist. Mit der Ansiedlung produzierender Betriebe entwickelt sich das Aufkommen an Zu- und Auslieferungen, überwiegend per Lkw. Bei einer relativ konstanten Reparaturquote pro Fahrzeug bedeutet das je 50 zusätzlich zu reparierende Fahrzeuge die Einstellung eines weiteren Mitarbeiters, mit allen positiven finanziellen Konsequenzen für die Region.Pielert: Sehen Sie sich in der Rolle des Einzelkämpfers für die A14, wenn sie an andere reine Dienstleister der Region denken?Knöpfel: Keineswegs, als Mitglied des Vereins Unternehmensnetzwerk Altmark wollen auch wir unseren Beitrag leisten, um besser für die Ansiedlung von Industrieunternehmen werben zu können. Dazu gehört heute in erster Linie eine zukunftsweisende Verkehrsanbindung, von der wir im Moment leider noch weit entfernt sind, wenn die A14 erst 2015 befahrbar sein soll, wie man hört.Pielert: Würden Sie die Autobahn dann als Werbeträger nutzen?Knöpfel: Selbstverständlich, wir kennen doch all die Hinweisschilder an Autobahnen, die auf Serviceeinrichtungen aufmerksam machen. Da ist selbst der künftige Durchgangsverkehr für uns ein Wirtschaftsfaktor. Auch diese Fahrzeuge bedürfen der Hilfe. Diese können wir gern und leicht gewähren.Pielert: Was wäre im Moment ihr letztes Wort?Knöpfel: Verehrte Politiker, entscheidet bitte kurzfristig über den Baubeginn der Nordverlängerung der A14 und liebe Autobahngegner, überdenkt die Gründe eures Widerstands. Auch die Menschen sind Bestandteil der Natur, mit eigenen Bedürfnissen. Erschienen: 14.06.2008: sdl / TZ / Seite:2

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