Anleitung för de Keerk

Wihnachten beginnt för mik, wenn Keerk an Heiligabend is. Karl de Groode hett bi uns dat Christentum inföhrt. De „Abendländische Kultur“ is also von em mit prägt worn. Uns Kalender fangt mit Geburt Christi an.

De Wihnachtsgeschichte in Lukas Evangelium bringt uns in de „Frohe Botschaft“ . De Engels singt: „Ehre wäs Gott in de höcht und Freeden up de Erd vör all de Minschen de door goodmötig sind.“ Freeden, dat kann nur kommen, wenn man ok eene Schuld vergäben kann. Ohne Vergäbung ward nie Freeden warn up de Erd. In Dütschland hett mit Heiligabend sik uns doch seit Kindheit an een Bild inprägt, dat uns nie verloren geiht. Wenn ik dat Wort Heimat erklären möß, wör ik seggen: „Heimat is door, wo ik as Kind Wihnachten erläwt heff.“ Ut düssen Grund sind je am Heiligabend de Keerken gerammelt vull.

Nu giwt dat neben de Kinner und de normalen Keerkgänger, je ümmer twee Gruppen de nur denn hengaht. De een Gruppe sind de, de dat mit de Keerk nich mehr so eernst nehmt und nur Wihnachten na Keerk gaht. De andere Gruppe sind de, de ut de Keerk utträt sind. Wo de an glööwt weet ik nich. Is je jeden free stellt wat he glööwt. Vör de mutt je denn „Heiligabend“ so watt wie eene Theatervörstellung wäsen. Trotzdem freut sik de Keerk öwer jeden de dor kummt.

Dormit de ok bescheed weet wat dor los ist Heiligabend, will ik jüm dat kott mal erklären: „Treckt man Sündagstüch an, denn fallt jü nich upp. Turnschoh oder Ballkleed passt door nich hen. Vörher noch een bet’n äten und drinken, denn in de Keerk kannst dat nich kööpen. Jü weet, de Keerk is dat groode Huus mit dan Turm.

Wenn jü dörch de groode Döör rinkaamt in de Keerk, seht jü wie grood doch de Keerk is. Manche Keerken hebbt ok noch eenen Böhn, wo man sitten kann. Door möt jü denn de Tripp hoch gahn, Rulltripp und Fohrstohl giwt dat nich.

Meistens kriegt jü an dan Ingang een Gesangbook. Oft ward Wihnachten aber een Leederzettel verdeelt. De Plätze sind nur Bänke keene Dische. Sessel giwt dat nich. Kannst dik hensetten wo noch Platz is, Platzanwieser fehlt ok. Vergett nich dien Hoot, Mütz oder Käppi afftosetten.

Kott bevör dat anfangt, kummt denn een Keerl oder Froo in schwatt Kleed, manigmal ok witt, rin, de sik ganz vörn hen sett. Dat is de Pastor oder de Pastorin, de alleen dat Seggen hem deiht. Wenn den de Keerkenglocken upphört to bimmeln, ward dat still und de Orgel fangt an to speelen. Is dat Orgelspell to End, nich klatschen oder gröölen. Denn begrüßt de Pastor alle, und dat geiht los. Wenn beed ward oder wat vörleest ward, staht de Lüüd upp, denn stah ok man up und wenn se sik hensett, sett di ok man wedder daal. De Hände falten is nich verkehrt.

De Wihnachtsgeschichte ward vörleest. Twischendörch singt wie mit de Orgel Leeder. An de Wand hängt Tafeln mit Zahlen, dat sind de Leeder ut dat Gesangbook. Wenn de Keerkenchor singt, dat wunderschön west is, nich klatschen, fleuten und gröölen, dat ward in de Keerk nich makt.

De Wihnachtsgeschichte, de vörläst ward, vertellt von dat Jesuskind dat hüt Geburtsdag hett. Jesus is de sülbe, de vörn upp dan Altor steiht und an’t Krütz schlaan is. Bi de Prädigt geiht de Pastor up de Kanzel. Hör man nippe to, is bestimmt nich schlecht. Achter de Prädigt, bi een Leed, geiht eener mit eenen Büddel, wo Geld in is rüm. Nix rutnemmen, dor ward Geld in sammelt.

Bi’n Vader unser dörfst du, wenn du dat noch kannst, ok mit schnacken und denk an dan Satz, „Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Denn de Satz stammt ok von dat Jesuskind, dessen Geburtsdag wie je „Heiligabend“ fiert.

Wenn an Schluss de Pastor de Hände hoch holt, brukst du dat nich as Gymnastik natomaken, denn dat is de Seegen, de he uns in Namen von Jesus giwt. Doornah uppstahn und „Oh, du fröhliche singen“.

Een Pastor hett mal an Schluß seggt: „Allen eine frohe Weihnacht, und allen denen, die ich erst im nächsten Jahr wieder sehe, von hier aus auch, ein frohes neues Jahr, frohe Ostern und frohe Pfingsten.

Sü - nu weest du wat an Heiligabend in de Keerk los is. Denn kannst du buten alle Freunde frohe Wihnachten wünschen. Dat wünsch ik ok alle miene plattdütschen Läser.

Von Carl Friedrich Bautsch

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