Altmark-Autobahn erst in 20 Jahren fertig

christian wohlt Altmark. Die Bundesregierung steht trotz der aufgetretenen Schwierigkeiten bei derFinanzierung zur Altmark-Autobahn.

"Die A14 ist notwendig und muss gebaut werden", bekräftigte Ulrich Kasparick (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, gegenüber der AZ.Die Ostseehäfen bräuchten eine leistungsfähige Verbindung mit dem Hinterland, begründete Kasparick die Notwendigkeit. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein. Mit der endgültigen Fertigstellung der insgesamt 154 Kilometer langen Strecke rechnet das Verkehrsministerium allerdings erst zum Ende des zweiten Jahrzehnts.Vor wenigen Tagen hat in Berlin ein Treffen zwischen Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und seinen Amtskollegen aus den beteiligten Ländern Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern stattgefunden. Dabei wurde der Zeitplan für das 1,3 Milliarden Euro teure Projekt festgezurrt. So soll der Lückenschuss zwischen den bestehenden Enden der A14 bei Schwerin und Magdeburg in drei Etappen erfolgen. In der ersten Phase bis 2015 stehen mit insgesamt 97 Autobahnkilometern die Abschnitte Wolmirstedt-Stendal, Schwerin-Ludwigslust (Süd) sowie Osterburg-Karstädt auf dem Plan. In der zweiten Phase bis 2020 werden die Strecken Stendal-Osterburg und Ludwigslust-Karstädt gebaut. Erst in der dritten Phase wird dann der Anschluss an das Kreuz Magdeburg hergestellt. Bis dahin fungiert die vierspurige Ortsumgehung Wolmirstedt als Verbindungsglied zwischen der A2 und der neuen A14-Nord.Die Finanzierung des Projektes sei grundsätzlich gesichert, versicherte Kasparick. Darüber gebe es einen Konsens zwischen dem Bund und den beteiligten Landesregierungen. Allerdings liege die Haushaltshoheit beim Parlament. Der Bundestag müsse die Mittel für jeden Bauabschnitt bewilligen. Insgesamt werden Baukosten in Höhe von 1,3 Milliarden Euro veranschlagt. Das ist fast doppelt so viel wie in den Ausgangsplanungen angenommen. Es sei nicht ungewöhnlich, dass in der Detailplanung immer neue Gesichtspunkte zu Tage kommen, die Projekte verteuern, erklärte der Staatssekretär.Die Höhe der Kostensteigerung in diesem Fall habe jedoch überrascht. "Das war heftig", so Kasparick. Nun gelte es, alle Einsparpotenziale auszuschöpfen.Der vierspurige Ausbau der Bundesstraße189 sei allerdings keine Alternative, stellt der Staatssekretär klar. Um die Verkehrsmengen aufzunehmen, die für die A14 prognostiziert sind, müsste auch eine neue Bundesstraße fast komplett neu gebaut werden. Hier wären ähnliche Anforderungen an Sicherheit und Umweltschutz zu erfüllen und durch neue Ortsanbindungen wäre ein solches Projekt fast so teuer wie die Autobahn. Hinzu kommt, dass die Planungen völlig neu begonnen werden müssten, während sie für die A14 bereits weit fortgeschritten sind.Die Planungshoheit liege bei den Ländern, betont Kasparick. Für den ersten Bauabschnitt in Sachsen-Anhalt, die neun Kilometer lange Strecke zwischen Wolmirstedt und Colbitz, sind die Planungen so gut wie abgeschlossen. Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) hat den Baustart für das kommende Jahr angekündigt.Ob die Bagger dann wirklich rollen können und die A14 insgesamt in dem nun vorgegebenen Zeitplan gebaut werden kann, hängt aber davon ab, ob juristische Klagen das Projekt verzögern. Der Naturschutzverband BUND hat angekündigt, gegen jeden einzelnen Bauabschnitt gerichtlich vorzugehen.

Erschienen: 04.12.2008: saw / TZ / Seite:1

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