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Kreis Uelzen: Alpha-E-Pläne der Bahn sollen bis Ende 2022 vorliegen

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Von: Lars Lohmann

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Bahnstrecke bei Suderburg
Die Deutsche Bahn will Ende des Jahres ihre Vorplanungen für Alpha-E beim Bundesverkehrsministerium einreichen. Die Entscheidung, welche der vier Varianten verfolgt werde, liege bei der Politik, betont ein Bahnsprecher. © Lohmann, Lars

Die Bahn hat vier Varianten untersucht, die für den Ausbau oder den Neubau der Strecke infrage kommen. Die Ergebnisse werden bis Jahresende überreicht, eine Entscheidung ist damit aber noch nicht gefällt.

Uelzen/Landkreis – Bis Ende des Jahres will die Deutsche Bahn ihre Vorplanungen in Sachen Alpha-E abgeschlossen haben und ihre Ergebnisse an das Bundesverkehrsministerium überreichen. Das erklärte jetzt ein Bahnsprecher auf Anfrage der AZ.

„Wir sollten bis Jahresende die Ergebnisse vorliegen haben“, sagt er. Insgesamt habe die Bahn dann vier Varianten untersucht. Dabei handelt es sich um den Ausbau der Bestandsstrecke einmal mit und einmal ohne Ortsumfahrungen sowie zwei um Neubaustrecken. Wobei eine der Varianten entlang der A7 von Hamburg nach Hannover führen soll. Die andere würde, so der Bahnsprecher, quer übers Land geführt.

Die Untersuchung der beiden Neubauvarianten ist laut dem Bahnsprecher notwendig gewesen, weil der Ausbau im Bestand nicht die durch den Bund und das Eisenbahn-Bundesamt vorgegebenen Kriterien erfüllt habe. So sei die Wirtschaftlichkeit unter der Grenze von eins. Auch die Vorgabe, den Deutschlandtakt zu erfüllen, sei schwierig. Dieser sieht eine Fahrzeit von 59 Minuten zwischen Hamburg und Hannover Hauptbahnhof vor.

Aus diesem Grund habe man weitere Planungskorridore hinzugenommen, so der Bahnsprecher, um das Ganze rechtssicher zu machen.

Er betont aber gleichzeitig, dass damit keine Vorentscheidung für eine Trassenvariante gefallen sei. „Der Bund wird am Ende entscheiden müssen, welche Variante er haben will“, sagt er. Die Bahn verstehe sich hier als Dienstleister, der die Vorarbeit leistet. Der Bund und danach der Bundestag würden sich am Ende für eine Variante entscheiden müssen. Welche Kriterien dabei in welcher Form angewendet und gewichtet werden, bleibe letztlich dem Bundesverkehrsministerium überlassen. Der Bund könne zum Beispiel auch entscheiden, dass er die Nichteinhaltung des Deutschlandtakts in Kauf nehme oder eine Wirtschaftlichkeit unter eins. So hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) angedeutet, dass er zuversichtlich sei, eine Lösung im Bundestag zu finden, für den Fall, dass Alpha-E eine Wirtschaftlichkeit von unter eins haben sollte (AZ berichtete).

Wenn die Entscheidung für eine der Varianten gefallen ist, will die Bahn gemeinsam mit Land und Bund in die Regionen gehen und die Grobkorridore den Betroffenen vorstellen. Erst danach geht es laut dem Bahnsprecher an die konkrete Planung des Streckenverlaufs. Bis zum Planfeststellungsbeschluss werden dann noch einmal mehrere Jahre ins Land ziehen.

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