1. az-online.de
  2. Uelzen

Alpha-E: Bürgerinitiativen zaubern zweites Gutachten aus dem Hut

Erstellt:

Von: Lars Becker

Kommentare

Der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, der Parlamentarische Staatssekretär Michael Theurer (Mitte), am Freitagabend im Hotel Celler Tor mit der Bundestagsabgeordneten Anja Schulz aus Testorf und dem Landtagsabgeordneten Jörg Bode aus Celle (alle FDP).
Der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, der Parlamentarische Staatssekretär Michael Theurer (Mitte), am Freitagabend im Hotel Celler Tor mit der Bundestagsabgeordneten Anja Schulz aus Testorf und dem Landtagsabgeordneten Jörg Bode aus Celle (alle FDP). © Privat

Im Kampf gegen eine Neubaustrecke der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Hannover haben die Bürgerinitiativen am Freitagabend in Celle überraschend ein zweites, neue Gutachten zum Bestandsausbau aus dem Hut gezaubert.

Celle/Uelzen – In einer Videoschalte aus Berlin wollte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Freitagabend eigentlich gegenüber Politikern und Vertretern mehrerer Bürgerinitiativen in Celle seinen Standpunkt bekräftigen, den Ausbau der Bahnstrecke Hamburg-Hannover nicht gegen den Willen der Bevölkerung voranzutreiben. Aus technischen Gründen, wie es hieß, klappte das zwar ebenso wenig wie das Einspielen eines vorbereiteten Videos.

Aber stellvertretend für Wissing war der Bahn-Beauftragte der Bundesregierung, der Parlamentarische Staatssekretär Michael Theurer (FDP), ins Hotel Celler Tor gekommen. Der bestätigte im Grundsatz noch einmal die Position des Ministers – und erfuhr dann aus den Reihen der Bürgerinitiativen, dass diesen inzwischen ein zweites Gutachten zum Ausbau der Bestandsstrecke vorliegt und diesen für deutlich machbarer hält als das erste Vieregg-Rössler-Konzept.

Kurt Wiedenhoff: „Es gibt eine Hintertür“

Kurt Wiedenhoff von der Bürgerinitiative Pro Lebensraum Eimke-Wriedel sagte gestern Abend im AZ-Gespräch: „Ja, dieses Gutachten ist vorhanden. Noch geben wir das aber nicht heraus. Herr Theurer hat aber schon einmal eine wohlwollende Prüfung zugesagt.“

Der Termin in Celle sei „brauchbar“ gewesen. „Aber wir sind noch lange nicht durch und lehnen uns deshalb auch nicht zurück. Misstrauen besteht nun einmal – und das letzte Wort hat dann der Bundestag. Und damit gibt es eine Hintertür“, so Wiedenhoff.

Karl-Heinz Günther: „Wir werden weitermachen!“

„Die Hoffnung ist da, dass nichts allzu Schlimmes passiert. Aber das glaube ich erst, wenn ich es Schwarz auf Weiß habe. Wir werden als BI deshalb weitermachen und müssen abwarten, was die Bahn als ihre Wunschlösung Ende des Jahres präsentiert. Das prüft dann ein Bundesgutachter “, resümierte Karl-Heinz Günther (Bürgerinitiative Kirch- und Westerweyhe DB Trassenwahn).

Noch einmal Kurt Wiedenhoff: „Wir sind zumindest diesen einen Schritt weiter: Im Ministerium wird hinterfragt, was da von der Bahn kommt.“

Auch interessant

Kommentare