Alles aus einer Hand

Kerstin Kuechler-Kakoschke, Leiterin der Arbeitsagentur Uelzen, und Erster Kreisrat Heiko Blume unterzeichneten den Vertrag über das gemeinsame Jobcenter, das 2012 startet. Foto: Schossadowski

Uelzen/Landkreis. Am Ende äußerten beide Partner ausdrückliches Lob. „Wir haben konstruktiv und auf kurzem Weg zusammengearbeitet“, sagte Kerstin Kuechler-Kakoschke, Leiterin der Agentur für Arbeit Uelzen.

„Diese Vereinbarung haben wir sehr schnell auf den Weg gebracht. Sie bietet für alle Seiten viele Vorteile“, erklärte Erster Kreisrat Heiko Blume, als er jetzt mit Kuechler-Kakoschke den Kooperationsvertrag über das gemeinsame Jobcenter unterzeichnete.

Wie berichtet, wird die Einrichtung zum 1. Januar 2012 unter dem Namen „Jobcenter Landkreis Uelzen“ gegründet. Dann werden Arbeitsagentur und Kreisverwaltung die Betreuung von Langzeitarbeitslosen zusammen übernehmen. Bis dahin gibt es im Kreis Uelzen noch die getrennte Aufgabenwahrnehmung: Die Agentur übernimmt die Vermittlung der Bezieher von Arbeitslosengeld (ALG) II und bewilligt die Leistungen, während der Landkreis die Anträge auf Kosten der Unterkunft und Heizung bearbeitet. Die Neuorganisation dieser Aufgaben wurde nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts notwendig.

Einen neuen Weg müssen die Kunden des künftigen Jobcenters aber nicht auf sich nehmen. „Alles wird unter dem Dach der Arbeitsagentur an der Lüneburger Straße 72 bleiben“, betont Kuechler-Kakoschke. Für die ALG-II-Bezieher werden sich Vorteile ergeben: Bisher mussten sie ihre Anträge bei verschiedenen Sachbearbeitern abgeben und erhielten zwei Leistungsbescheide – einen von der Agentur, den anderen vom Landkreis. „Künftig reicht ein Termin, um den Antrag abzugeben und es wird nur noch ein Bescheid über beide Leistungen erstellt“, sagt Kuechler-Kakoschke.

Wegen der Organisationsänderung müssten weder neue Anträge gestellt werden noch würden die Zahlungen unterbrochen, versichert sie. Alle bisher erlassenen Leistungsbescheide und abgeschlossenen Vereinbarungen bleiben nach den Worten der Agenturchefin gültig. Laufende Anträge würden vom neuen Jobcenter übernommen. Die Kooperation biete aber auch den beiden Partnern Vorteile, erklärt Blume. „Es kann künftig aus einer Akte heraus gearbeitet werden, effektives Arbeiten ist somit möglich.“

Der jetzt unterzeichnete Vertrag regelt auch den organisatorischen Aufbau des Jobcenters. Die operative Leitung wird ein Geschäftsführer übernehmen, der von der Arbeitsagentur gestellt wird. Die Stellvertretung benennt der Landkreis. „Dazu beginnt demnächst das Auswahlverfahren. Es wird eine interne Lösung geben“, kündigt Kuechler-Kakoschke an.

Zudem wird eine Trägerversammlung gegründet, für die jeder der beiden Partner drei Mitglieder stellt. Dieses Gremium entscheidet beispielsweise über organisatorische und personalwirtschaftliche Angelegenheiten des Jobcenters. Als weiteres Organ wird ein siebenköpfiger örtlicher Beirat mit beratender Funktion einberufen. „Ziel ist, dass wir im Beirat örtliche und fachliche Arbeitsmarktkompetenzen bündeln“, betont Blume.

Von Bernd Schossadowski

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