Ja zur A 39, aber…

Claus-Dieter Reese

Von Walter ManickeBad Bodenteich. Nach wie vor favorisieren der Flecken Bad Bodenteich und die Gemeinde Lüder einen Trassenverlauf der geplanten A 39 zwischen Schafwedel und der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Auch der Landkreis Uelzen ist dieser Auffassung. Dann wäre es auch ohne Probleme möglich, das Seewiesengebiet weiträumig zu umfahren.

Bei der vorliegenden Planung ist das nach Auffassung von Bad Bodenteichs Bürgermeister Claus-Dieter Reese nicht ausreichend berücksichtigt. Diesen Eindruck jedenfalls hat er bei der Anhörung des zuständigen Straßenbauamtes in der Uelzener Stadthalle gewonnen (die AZ berichtete). Die Schutzgüter Mensch, Erholen und Landschaft seien bei den Variantenvergleichen für den Bereich der Seewiesen aus Sicht der Gemeinde nicht schwerwiegend genug bewertet worden. Das Seewiesengebiet habe aufgrund seiner Ortsnähe und seiner landschaftlichen Einmaligkeit einen sehr großen Stellenwert für die Naherholung.

Ein wenig positiver bewertet Reese die Zusage, die Einwendungen aus den Bereichen Bad Bad Bodenteich und Breitenhees zu prüfen. Man habe den Planern deutlich gemacht, dass man die Autobahn wolle, aber unter Berücksichtigung der Interessen der Menschen, erklärt Reese im AZ-Gespräch.

Auf den Plan gerufen haben Bürgermeister Reese Äußerungen des A39-Gegners Eckhard Niemann, nach denen etliche Spitzenpolitiker aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt den Bau der Autobahn als nicht gesichert ansehen sollen.

Zusammen mit dem Uelzener CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer und seiner Parteifreundin Ingrid Klopp (Gifhorn) besuchte Reese Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP). Der Minister versicherte, so Reese zur AZ, dass die Landesregierung ein hohes wirtschaftliches Interesse am Bau der A 39 habe. Die von den Gegnern immer wieder behauptete Unwirtschaftlichkeit dieses Ausbaus treffe nicht zu.

Das Land werde auch den Ausbau der Quertrasse der B190n bis an die B 4 zu der nächsten Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes fristgerecht beantragen. Hierzu würden auch Anträge der Kreistage Uelzen, Gifhorn und Celle vorliegen. Nur eine leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung (A39) und West-Ost-Anbindung (B 190n) könne langfristig die Strukturschwäche des betroffenen Raumes sichern, ist Reese überzeugt. In dem Gespräch mit dem Minister wies Bad Bodenteichs Bürgermeister darauf hin, dass laut einer Untersuchung der Sparkassenstiftung in allen durch eine Autobahnen erschlossenen Gegenden im Schnitt die Arbeitslosigkeit niedriger, die Einkommen höher und das Durchschnittsalter niedriger sei.

Nach diesem von Reese sehr positiv beurteilen Gespräch traf man sich mit den Abgeordneten des Raumes Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Soltau-Fallingbostel und Celle, die unisono den Bau der A 39 befürwortet hätten. Geplant ist demnächst ein Gespräch mit Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Karl-Heinz Daehre. Vermitteln will dies Ingrid Klopp.

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