„A39 in weiter Ferne

Miriam Staudte

mr Uelzen/Hannover. Die jüngsten Meldungen zum Fortschritt bei der A39 sehen ihre Gegner als klare Signale für einen weiteren Aufschub des Projekts. "Die Ankündigung von Ministerpräsident Wulff, die A39 solle 2013 Baurecht erlangen, bedeutet nicht, dass die A39 auch 2013 gebaut wird", betont die für Uelzen zuständige Abgeordnete der Grünen, Miriam Staudte, aus Lüneburg.

"Die Historie belegt, dass viele Projekte, die im Bundesverkehrswegeplan zwar das Baurecht erlangt haben, trotzdem nie gebaut wurden", meint Staudte. Da der Bundesverkehrswegeplan chronisch unterfinanziert sei, sehe sie die A39 "noch in weiter Ferne – wenn sie überhaupt gebaut wird", so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Zudem bezeichnet Staudte die Aussage Wulffs, jeder Euro, der in Verkehrsinfrastruktur investiert werde, bringe durchschnittlich 4,30€ Gewinn als "völlig undifferenziert". Der unterdurchschnittliche Kosten-Nutzen-Faktor der A39 erreicht diesen Wert niemals, " so die Politikerin. "Der Bau wäre ein absolut ineffizienter Umgang mit Steuermitteln. Die Planungen müssen fallen gelassen werden," fordert Staudte.

"Baurecht ist absolut nicht Baubeginn", betont auch die Sprecherin des Dachverbandes der 35 Initiativen gegen die A 39, Annette Niemann: "Wir haben bei unserem Widerstand immer einkalkuliert, dass die einmal begonnenen Planungen auch zu ihrem Ende geführt werden, allerdings werden sie dann wohl in der Schublade landen!"

Viel bedeutsamer für das künftige Schicksal der A 39 sei es, dass die Landesregierung nunmehr das Baurecht für die Küstenautobahn A 22 auch auf das Jahr 2013 datiert habe. "Der bundesweit einmalig starke Widerstand vor Ort mit seinem gut gefüllten Schutz- und Klagefonds" und die Kostenexplosion bei der A 14 sehen A-39-Gegner als weitere Instrumente, um den Autobahnbau politisch zu verzögern und zu Fall zu bringen.

Erschienen: 05.09.2008: AZ / TZ / Seite:1

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare