Ja zur A39, Nein zur Vorzugstrasse

Hier, am Elbe-Seitenkanal bei Edendorf, würde die Vorzugstrasse entlangführen. Der Bienenbütteler Gemeinderat spricht sich gegen diese Variante aus, ist aber grundsätzlich für den Bau einer Autobahn. Foto: Rabsahl

Von Ines BräutigamBienenbüttel. Die Bienenbütteler haben es sich mit ihrer Stellungnahme zur geplanten Autobahn 39 wirklich nicht leicht gemacht. Grundsätzlich sprach sich die Mehrheit des Gemeinderates am Donnerstagabend für die A39-Planungen aus. Die Vorzugstrasse (Variante 581) lehne man aber ab.

Und dann kam es: Über diverse Zusätze und Anträge einzelner Ratsherren und Fraktionen musste separat abgestimmt werden. So hatte die CDU-Fraktion beantragt, eine Anschlussstelle zwischen Lüneburg und Bad Bevensen abzulehnen – der Rat stimmte zu. Allerdings lehnte die Mehrheit die von der CDU als Alternative vorgeschlagene Variante 511 (östlich von Eddelstorf verlaufend) ab.

Einigkeit herrschte im Rat derweil darüber, dass es für die betroffenen Ortschaften umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen geben müsse, falls es keine Alternative zur Vorzugstrasse geben sollte. Insbesondere müsse dem Schlohof bei Edendorf das Fortführen des landwirtschaftlichen Betriebes oder zumindest das Wohnen ermöglicht werden. Befürwortet wurde auch ein durchgehender Radweg von Bienenbüttel nach Altenmedingen und eine intelligente Maut-Lösung für die Bundesstraße 4.

In den Reihen der KA sehe man mehrheitlich keine Notwendigkeit einer Autobahn. "Eine Autobahn ist nicht zielführend", brachte es Georg Sander auf den Punkt. Auch eine Alternative zur Vorzugstrasse lehne man schon allein aus Gründen des "St.-Florian-Prinzips" ab.

Völlig abgeklärt nahm Dr. Klaus Wedekind für die SPD Stellung zur A39. "An höherer Stelle ist schon entschieden, dass sie gebaut wird, das haben wir hier grundsätzlich nicht zu entscheiden." Da Mehrheit in Rat und Bevölkerung für den Bau einer Autobahn seien, befürworten auch die Sozialdemokraten dieses Projekt. Auf eine bestimmte Trasse wollen sie sich aber nicht festlegen, das sollten Fachleute entscheiden, so Wedekind. Aufgabe von Gemeinde und Kommunalpolitik sei es, sich dann für entsprechende Lärm- und andere Schutzmaßnahmen stark zu machen.

Hans-Jürgen Franke, KA-Mitglied und Ortsvorsteher von Edendorf, legte – wie bereits in der Sitzung der Fachausschüsse – ausführlich die Argumente dar, die aus Sicht der Edendorfer gegen die A39 sprechen. 180 Personen aus dem Ortsteil hätten in einer Unterschriftenliste rigoros gegen die Autobahn votiert.

Sein Bruder Klaus-Georg Franke, ebenfalls KA-Mitglied, indes hatte "eine ganz eigene Meinung", wie er ankündigte. Auch wenn es "Nackenschläge" dafür geben sollte. Denn er befürworte ausdrücklich den Bau einer Autobahn. Unter anderem, weil er in anderen Gegenden beobachtet habe, dass Autobahnen wirtschaftliches Wachstum für die Regionen bedeuten können. Man könne gar nicht gegen eine Autobahn sein, "wenn wir nicht nur eine Schlafgemeinde bleiben wollen", so Klaus-Georg Franke.

Erschienen: 24.06.2006: AZ / 145 / Seite:7

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare