A39-Gegner wollen weitermachen

Uelzen. "Bildung und Kompetenz schaffen wir nicht mit dem Bau von Autobahnen" — mit solchen und ähnlichen Transparenten sowie Trommelklängen und einer kleinen Trecker-Parade protestierten gestern Mittag rund 150 A39-Gegner vor der Uelzener Stadthalle gegen den Bau der Autobahn.

Drinnen waren zuvor die Vertreter der betroffenen Kommunen über die Vorzugsvariante informiert worden, nach ihnen waren noch rund 20 Journalisten und die Vertreter von Interessenverbänden und anderen sogenannten "Trägern öffentlicher Belange" an der Reihe. Was sind nun die Qualitäten der "Vorzugsvariante", die da, auch vor den Mikrofonen von FFN und NDR, präsentiert wurde? Der Lüneburger Chef-Planer Friedhelm Fischer, Leiter der Straßenbaubehörde des Landes, betonte, dass es sich um die beste Alternative "aus fachlicher Sicht" handele. Zirka 3000 Quadratkilometer Suchraum seien für die rund 110 Kilometer lange Trasse zwischen Lüneburg und Wolfsburg untersucht worden. Die nun favorisierte Variante sei die Summe der Ergebnisse von Umwelt- und Raumverträglichkeitsprüfungen sowie der Berücksichtigung landwirtschaftlicher Interessen., erläuterte die Projektleiterin für die A39, Anette Padberg. Der Kostenaspekt habe dabei nicht an erster Stelle gestanden. Auch die "Null-Lösung", also den Verzicht auf die A39, habe man geprüft. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es künftig "erhebliche verkehrliche Defizite" geben werde, "die ohne eine Autobahn nicht zu lösen sind". Die A39-Gegner überzeugt das alles freilich nicht. Ihr Sprecher Eckehard Niemann kündigte gestern während der Demonstration die Aktion "40 Feuer gegen die A39" an, bei der heute ab 19 Uhr in vielen Dörfern an der möglichen Trasse Mahnfeuer brennen sollen. Aus Sicht der Kritiker ändere sich nichts daran, dass man die Autobahn für "wirtschaftlich unsinnig" halte, sagte Niemann. Zudem sieht er einen "schweren Verfahrensfehler" darin, dass die Null- und die Null-Plus-Variante (keine Autobahn, dafür Ortsumgehungen) "eben nicht wirklich geprüft" worden seien. Schwierigkeiten für die vorgestellte Trasse sieht er darin, dass die Stadt Lüneburg nun wohl ins Klageverfahren einsteige und dass bei Bodenteich Vogelschutzgebiete berührt seien. Niemanns Fazit: "Wir machen weiter." Erschienen: 29.03.2006: IK / az / Seite:8

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