A 39 dichter an den Orten

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Blick von der Kanalbrücke nach Gannerwinkel: Zwischen der Wasserstraße und dem Ort soll die A39 verlaufen.

Wollerstorf/Gannerwinkel. Vertreter von Kommunen, Behörden und Verbänden haben am Montag in Bad Bodenteich wieder Neues zur A39 gelernt.

: Bei einer Informationsveranstaltung zum Autobahn-Abschnitt zwischen der B 244 und Bodenteich gab die Lüneburger Planungsbehörde eine Trassen-Änderung für den Bereich Gannerwinkel/Wollerstorf bekannt. Wer auf einschneidende Neuerungen zur Tank- und Rastanlage gehofft hatte (zugegen waren auch die Ortsvorsteher aus Darrigsdorf und Wollerstorf), wurde enttäuscht.

Was zu dem parallel zum Elbe-Seitenkanal verlaufenden Autobahnabschnitt bei Wollerstorf und Gannerwinkel verkündet wurde, dürfte in den Orten auf ebenso wenig Gegenliebe stoßen wie die Rastplatz-Planung: Die Trasse soll hier laut Behördenchef Dirk Möller um etwa 70 bis 80 Meter weiter nach Osten verlegt werden. Damit rückt sie zum einen dichter an die Orte heran, zum anderen könnte damit zusätzliches Ackerland verloren gehen.

„Das hat mich erschrocken“, sagt Stadtbürgermeister Karl Ridder, der an der Veranstaltung teilnahm. Durch die West-Ost-Verschiebung sei zu befürchten, dass weitere rund 20 Hektar nur noch eingeschränkt für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen. Auf mögliche Probleme hätten in der Sitzung auch Vertreter der Landwirtschaftskammer hingewiesen.

Möller begründete die Änderung mit Ergebnissen der naturschutzfachlichen Untersuchungen. Nördlich von Gannerwinkel solle eine Grünbrücke für das Wild die Autobahn queren, und der zusätzliche Abstand zwischen Kanal und Fernstraße – ursprünglich nur auf etwa 30 Meter angelegt – solle einen Ruheraum für die Tiere schaffen. In welchem Maße diese Flächen direkt am Kanal für landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleiben, sei abzuwarten.

Für den Lärmschutz in den Orten erwartet Möller durch die Verschiebung „keine gravierenden Änderungen“. Wollerstorf werde mit 280 Metern bis zum nächsten Wohnhaus am dichtesten an der Trasse liegen, für den Ort werde es noch eine „hausgenaue“ Untersuchung der Lärmbelastung geben. Von der Gannerwinkeler Wohnbebauung bis zur Autobahn sind es laut Möller 800 Meter.

Für manchen Beobachter vielleicht überraschend: Für die geplante Tank- und Rastanlage liegt noch keine Emissionsbetrachtung vor. Diese werde in einem der nächsten Schritte vorgenommen, so Möller. Auf IK-Nachfrage sagte der Chefplaner, er erwarte nicht, dass die Ergebnisse dazu führen werden, dass bei Wollerstorf kein bewirtschafteter Rastplatz realisiert werden kann – die Autobahn an sich werde dessen Emissionen wohl „ohnehin überschatten“. Das wird man in Wollerstorf freilich kaum als Trost empfinden.

Eine Verschiebung des Raststätten-Pakets nach Süden, wie es auch im Landkreis Uelzen gefordert wird (das IK berichtete), ist für die Planer kein Thema. Möller: „Wir sind bisher nicht zu dem Ergebnis gekommen, die Anlagen zu verlegen.“

Von Holger Boden

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