A39-Bau ab 2014?

Zeigt den bekannten Verlauf: die ′′linienbestimmte′′ Trasse der Lüneburger Planer. Grafik: Landesbehörde f. Straßenbau u. Verkehr

Von Bernd Schossadowski Uelzen/Wittingen. Die Planungen für die Autobahn 39 sind einen wichtigen Schritt vorangekommen. In Abstimmung mit dem Umweltministerium hat das Bundesverkehrsministerium jetzt die Linie für die geplante A39 festgelegt. Das Ergebnis dieses Verfahrens wird nun dem Land Niedersachsen weitergeleitet, teilte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bei ihrer gestrigen Infoveranstaltung in der Uelzener Stadthalle mit. Werde der Zeitplan eingehalten, könne der Bau der ersten Streckenabschnitte 2014 beginnen, sagte Dirk Möller, Leiter des Lüneburger Geschäftsbereichs der Landesbehörde.

Der Bau der A 39 soll in sieben Abschnitte unterteilt werden. Am Verlauf der etwa 105 Kilometer langen Trasse von Lüneburg bis Wolfsburg hat sich laut Möller nichts geändert. Bei Wittingen und Ehra soll es wie geplant Anschlussstellen geben.

Allerdings wies Projektleiterin Annette Padberg darauf hin, dass geringfügige Änderungen des Trassenverlaufs noch möglich seien. Etwa bei Ehra, wo die Strecke an einem FFH-Schutzgebiet vorbeiführt. Die Landesbehörde prüfe nun, ob die Trasse gegenüber der bisherigen Planung dort einige Meter weiter westlich verlaufen könnte, um den Abstand zum FFH-Gebiet zu vergrößern. An der umstrittenen Tatsache, dass die Autobahn genau zwischen Ehra und Lessien hindurchführt, ändert das nichts.

Mit der Linienbestimmung ist nach Aussage der Landesbehörde der Weg frei, um die Genehmigungs- und Planfeststellungsentwürfe voranzutreiben. Die Entwurfsplanung für erste Abschnitte der A39 soll bis Ende 2011 abgeschlossen sein. Planfeststellungsbeschlüsse könnten dann bis Ende 2013 vorliegen. Damit könne der Bau der Autobahn theoretisch 2014 beginnen. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Bund die notwendigen Mittel für das nach derzeitigen Berechnungen rund 620 Millionen Euro teure Projekt auch tatsächlich bewilligt.

Werner Pfeiffer, Referatsleiter für Bundesfernstraßen im niedersächsischen Wirtschaftsministerium, bemühte sich gestern, mögliche Zweifel zu beseitigen. "Das Projekt ist im vordringlichen Bedarf des Bundes. Wir haben einen klaren Auftrag der Legislative und werden Baurecht präsentieren", betonte er. Die Frage der Finanzierung der A39 stelle sich erst 2014.

Die Kosten in Höhe von 620 Millionen Euro, von denen etwa 70 Millionen auf die Planung entfallen sollen, zweifelte Eckehard Niemann, Sprecher der A39-Gegner, an. Seiner Ansicht nach werden sich die Planungsausgaben auf 100 Millionen Euro summieren und die Gesamtkosten für die A39 "vermutlich verdoppeln". Niemann kritisierte, die Landesbehörde arbeite mit vier Jahre alten Zahlen. "Die Bau- und Stahlpreise haben sich seitdem aber deutlich erhöht."

Den Verwurf einer überholten Kostenschätzung wies Möller indes zurück. Seine Mitarbeiter hätten die erwarteten Preissteigerungen bei der Kalkulation im Jahr 2004 bereits eingerechnet.

Erschienen: 11.10.2008: IK / az / Seite:1

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