A39-Anschluss für den Hafen?

Uelzen/Wittingen. Von Wittingen aus werden es knapp vier Kilometer bis zur Autobahn 39 sein, von Hankensbüttel sechs, die Bromer werden bis zur nächsten Anschlussstelle etwa acht Kilometer zurücklegen müssen — wenn denn die Vorzugsvariante der Autobahn, die gestern in der Uelzener Stadthalle vorgestellt wurde, realisiert wird.

Mit ihrer favorisierten Trasse hat die Lüneburger Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für eine kleine Überraschung gesorgt: Nicht die östliche Linienführung an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, mit der viele gerechnet hatten, soll es werden, sondern die mittlere Variante. Und deren Streckenverlauf sieht so aus: Vom derzeitigen Autobahnende bei Tappenbeck führt die Trasse westlich an Barwedel vorbei nach Norden. Was dann kommt, dürfte noch für viele Diskussionen in der Samtgemeinde Brome und speziell in Ehra und Lessien sorgen — denn in der Vorzugsvariante verläuft die Autobahn genau zwischen den beiden Orten. Die Strecke führt dann zwischen dem Truppenübungsplatz Ehra-Lessien und dem VW-Prüfgelände weiter nach Norden, schneidet die Straße zwischen Wittingen und Knesebeck und läuft dann westlich von Wittingen auf den Elbe-Seitenkanal zu. Parallel zum Kanal geht es auf dessen östlicher Seite Richtung Hafen und dann geradewegs nach Norden, bis die Trasse in Höhe Lüder vom Kanal weg in nordöstliche Richtung schwenkt und östlich um Bad Bodenteich herumführt. Im weiteren Verlauf führt die A39 in einigem Abstand östlich an Uelzen vorbei und läuft zwischen Bienenbüttel und Altenmedingen auf Lüneburg zu. In der ehemaligen Bezirksstadt ist durch die Vorzugsvariante Ärger vorprogrammiert, denn die Autobahn schwenkt — von Norden aus gesehen — nach dem Ende der A250 für ein kurzes Stück in Richtung Innenstadt, so dass ein Teil des Stadtgebietes durch die A39 abgetrennt wird. Parallel zur A39-Planung wurde gestern auch die Vorzugsvariante für die B190n, die so genannte Querspange, vorgestellt. Dabei soll es nach dem Willen der Lüneburger Planer auf die nördlichste der drei bisher diskutierten Alternativen (das IK berichtete) hinauslaufen: von Schmölau (Sachsen-Anhalt) kommend kreuzt die Querspange bei Schafwedel (Kreis Uelzen) die Landesgrenze und führt über Reinstorf in den äußersten Norden des Gifhorner Kreisgebietes. Dort soll die Trasse zwischen Bokel und Nienwohlde verlaufen, um schließlich bei Breitenhees auf die B4 und die B191 zu treffen. Zu den Orten des Isenhagener Landes, die nach dieser Planung in unmittelbarer Autobahn-Nähe liegen werden, gehören neben Ehra und Lessien vor allem Knesebeck, Hagen, Eutzen, Glüsingen, Alt-Isenhagen, Wentorf, Wollerstorf und Gannerwinkel. Damit ist natürlich nicht in allen Fällen auch direkter Autobahnzugang verbunden. Laut Anette Padberg, bei der Straßenbaubehörde Projektleiterin für die A39, sind folgende Anschlussstellen geplant (hier nur diejenigen, die für das Isenhagener Land relevant sind): bei Bodenteich, an der Kreuzung mit der Querspange ( wohl nördlich von Langenbrügge), am Wittinger Hafen, bei Ehra (B248/Bickelsteiner Heide) und an der B188 bei Tappenbeck. Die Planungsunterlagen — 32 Aktenordner — gehen nun für das Raumordnungsverfahren an die Regierungsvertretung in Lüneburg. Deren Chef für Landesentwicklung und Raumordnung, Klaus Neumann, betonte gestern, dass nicht automatisch die Vorzugsvariante gebaut werde. Auch die übrigen Varianten oder Kombinationen daraus könnten realisiert werden, falls gewichtige Gründe dafür sprächen. Erschienen: 29.03.2006: IK / az / Seite:1

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