A-39-Vorzugstrasse steht bis Sommer fest

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Bis zum Sommer will die Regierungsvertretung Lüneburg das Raumordnungsverfahren für die geplante Autobahn 39 abschließen. Das kündigte Projektkoordinator Holger Manthey gestern am Rande des Erörterungstermins für Vertreter von Gemeinden und Behörden in der Uelzener Stadthalle an.

Danach bestimmt das Bundesverkehrsministerium die endgültige Linienführung. Auf deren Grundlage kann dann das Planfeststellungsverfahren für das Straßenbauprojekt eingeleitet werden. Manthey geht davon, dass es an der von den Planern favorisierten Ost-Trasse keine größeren Änderungen mehr geben werde. Bis Jahresende soll zudem eine neue Nutzen-Kosten-Rechnung für das Projekt erstellt werden. Während die Industrie- und Handelskammer jetzt auf einen zügigen Abschluss des Raumordnungsverfahrens setzt, kritisiert der Dachverband der A-39-Gegner , dass Alternativen bei der Prüfung "ohne nachvollziehbare Begründung unterlassen" worden seien. Die Initiativen wollen "so schnell wie möglich" gegen die Trasse klagen, kündigte Sprecher Eckehard Niemann an. Sie ist noch nicht meterscharf, aber die Trasse für die geplante Autobahn 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg dürfte sich im Raumordnungsverfahren kaum noch nennenswert verschieben. Davon geht Holger Manthey von der Regierungsvertretung Lüneburg nach dem zweitägigen Erörterungstermin aus, der heute in der Stadthalle endet. Gestern erläuterten die Planer der Landesbehörde rund 150 Vertretern der betroffenen Gemeinden das Prüfergebnis. Die beiden größten Änderungen hatte die Regierungsvertretung bereits vorab publik gemacht: So soll die Trasse im Lüneburger Osten nicht mehr am Kloster Lüne vorbeigeführt werden, sondern die bereits vorhandene Ostumgehung mit Standstreifen, Tempolimit und besserem Schallschutz ausgestattet werden. Im Raum Bad Bodenteich werden nach der Ausweisung des Vogelschutzgebietes die Seewiesen in der neuen Variante (AZ berichtete) "deutlich entlastet", wie A-39-Planerin Annette Padberg betonte. Am zwei Stellen entlang der Trasse ist sich die Regierungsvertretung noch unschlüssig, betonte Manthey. So plädieren die Landkreise Lüneburg und Uelzen im Bereich Ostheide dafür, die Autobahn länger in Höhe des Kanals entlangzuführen. Im Raum Oetzen fordern die Landwirte, dass die Route nicht durchs Tal bei Oetzendorf, sondern entlang der Gemarkungsgrenzen verläuft. Keine Chance sieht der Koordinator des Raumordnungsverfahrens hingegen für das Bevenser Begehren, die Autobahn westlich der Kurstadt zu legen. Dass die Vorzugsvariante zwei Kilometer östlich der Kurstadt verläuft, hält er für vertretbar, "auch wenn dies misslich für die betroffenen Gemeinden" sei. Der Kurstatus werde indes nicht gefährdet. "Eine Autobahnanbindung Bevensens im Norden und Süden sollte als Aufwertung des Ortes gesehen werden. Ob es bei den geplanten zwei Abfahrten bleiben müsse, ließ Manthey noch offen. Er verwies indes darauf, dass die Stadt im Westen entlastet werde. Zum Auftakt der zweitägigen Beratungen hatten sich Autobahngegner und -befürworter vor der Stadthalle postiert. Gisela und Manfred Groß aus Lüneburg sind für eine Autobahn – "aber nicht durch Wohngebiete". Als Anlieger der Ostumgehung fürchten sie einen Verkehrskollaps und unerträgliche Lärmbelästigungen. Die A-39-Gegner inszenierten den Auftritt von drei berittenen Musketieren. Gesandte des Volkes trugen dem König Gegenargumente vor und überbrachten 30000 Unterschriften. Der Herrscher – mit bürgerlichem Namen Uwe Krieg – fand in dieser Inszenierung die Argumente "überzeugend" und die Autobahn "überflüssig". In der Stadthalle spielten die 15000 Einwände von Bürgern nur eine untergeordnete Rolle. "Einzelansprüche werden erst Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens", sagte Manthey. Die A-39-Gegner kritisierten dies als "scheindemokratische Alibiveranstaltung". Erschienen: 20.04.2007: AZ / TZ / Seite:1

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