A-39-Verkehr durch die Kurstadt?

Die Entwurfsplanung für die A39 im nördlichen Landkreis Uelzen hat begonnen – auch die Stadt Bad Bevensen ist davon betroffen.Foto: Ph. Schulze

Von Ines Bräutigam Bad Bevensen. Rund 20 Kilometer ist der Abschnitt lang, den die Landesstraßenbaubehörde zurzeit im Rahmen der Planungen für die A39 betrachtet. Für diesen "Abschnitt 2" zwischen der Bundesstraße 216 südlich von Lüneburg bis zur Landesstraße 253 bei Römstedt geht es unter anderem um die Auswirkungen des Autobahnbaus auf die Umgebung und um technische Fragen zum Straßenentwurf. So sind besondere Themen die Querung des Elbe-Seitenkanals am Übergang vom Abschnitt 1, die Trassenoptimierung entlang des Kanals und die Standortsuche für eine Parkplatz- und WC-Anlage.

Wie berichtet, waren Vertreter der betroffenen Kommunen – also auch aus der Gemeinde Bienenbüttel und der Samtgemeinde Bevensen – Ende März auf einer Projektkonferenz, in der die Planungen erläutert wurden. "Wir haben dort den Ratsbeschluss vertreten, dass wir die West-Variante wünschen", erläuterte Bad Bevensens Bauamtsleiter Roland Klewwe jüngst den Mitgliedern des Stadtrates. "Allerdings war dies kein Termin, an dem diese Grundsatzhaltung überhaupt noch diskussionsfähig war", machte er deutlich. Geplant wird die östliche Variante der A39.

Für die Bevenser könnte nämlich auch eine ganz andere Problematik größere Bedeutung erhalten: Der Abschnitt 2 der Entwurfsplanung endet bei Römstedt. "Es könnte sein, dass danach erstmal eine Bau-Pause eingelegt wird", mutmaßte Klewwe. "Das könnte bedeuten, dass der gesamte Verkehr der Autobahn durch Bad Bevensen fließen würde. Daher ist dieser Abschnitt für die Stadt äußerst problematisch."

Es werde seitens der Straßenbaubehörde immer wieder betont, dass Bad Bevensen bei den Planungen einen besonderen Status habe, so Klewwe. Die derzeitigen Planungen würden aber auch vor diesem Hintergrund "für akzeptabel" gehalten.

Fraglich ist allerdings für die Bevenser, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung "die Auswirkungen auf das nachgeordnete Netz" berücksichtige, so Bauamtsleiter Klewwe. Man habe betont, dass man bei den Planungen "eine geringst mögliche Belastung für Bad Bevensen" fordere. Dies werde man auch noch von einem Anwalt formulieren lassen und schriftlich einreichen.

Keine Äußerungen seitens der Kurstadt gibt es derweil zu der bei Secklendorf geplanten Anschlussstelle. "Man hat das Gefühl, die Bevenser ignorieren die Ost-Variante", hatte sich bereits Altenmedingens Bürgermeister Werner Marquard jüngst beklagt. "Bad Bevensen will die West-Variante", meinte er, "aber wahrscheinlich wissen da einige überhaupt nicht, wo Ost und West ist…"

Erschienen: 30.04.2009: AZ / az / Seite:6

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