In Flurbereinigungen werden die Lasten auf die Bauern verteilt

900 Hektar Acker für die A 39

Landwirt bei der Feldarbeit mit Traktor und Pflug
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Das Land entlang der A 39 wird komplett neu verteilt, um die Lasten für die Bauern auszugleichen.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
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Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit läuft im Abschnitt zwei der A 39 der Flächenankauf und die Flurbereinigung. Durch sie soll die Belastung für einzelne Landwirte reduziert werden.

31 Meter breit ist die Autobahn

Altenmedingen/Hohnstorf – Die Autobahn steht für Schnelligkeit, aber voraus geht jahrelange Kleinarbeit. Das betrifft nicht nur die Planung und das Genehmigungsverfahren, sondern auch den Erwerb der nötigen Flächen. 31 Meter beträgt die Regelbreite der geplanten A 39. Nach Angaben der Autobahn GmbH werden in den Abschnitten zwei bis fünf von Lüneburg bis Wittingen 720 Hektar Land für die Trasse und ihre Nebenanlagen verbraucht. Hinzu kommen 945 Hektar Kompensationsflächen für die Natur.

Ackerland wird komplett neu verteilt

Betroffen ist nicht nur die Natur, sondern auch die Landwirtschaft. Rund 900 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche werden für Trasse und Kompensation benötigt. Unbemerkt von der Öffentlichkeit läuft deshalb bereits der Ankauf von Flächen für die Trasse und zur Entschädigung anderer Grundeigentümer. Wie viele Bauernhöfe betroffen sind, kann die Autobahn GmbH nicht angeben. Es werde gerade eine neue Betroffenheitsanalyse erstellt, erklärt der Leiter der Außenstelle Lüneburg, Dirk Meyer. Für die betroffenen Betriebe werden Existenzgefährdungsgutachten erstellt. Zudem ist im Abschnitt zwei zwischen Lüneburg und Römstedt östlich von Bad Bevensen bereits eine Flurbereinigung im Gang. Entlang der Autobahn wird das Ackerland komplett neu verteilt.

31 Meter beträgt die Regelbreite der geplanten A 39. Sie wird in den Abschnitten zwei bis fünf von Lüneburg bis Wittingen 900 Hektar landwirtschaftliche Fläche verbrauchen.

Das ist ein kompliziertes Verfahren, in dem alle Nachteile hinsichtlich Flächenverlust, Zerschneidung oder Zugänglichkeit ausgeglichen werden sollen. „Mit dem Verfahren soll der entstehende Landverlust auf einen größeren Kreis von Eigentümern verteilt und Nachteile für die allgemeine Landeskultur, die durch das Vorhaben entstehen, vermieden werden“, teilt die Behörde auf AZ-Nachfrage mit. Auch Ersatzland wird zur Verfügung gestellt. Enteignungen seien voraussichtlich nicht erforderlich.

Weitere Flurbereinigungen beginnen 2022 für Bad Bodenteich und Langenbrügge, 2023 für Soltendieck, Hanstedt II, Lehmke-Kahlstorf und Emern, 2024 für Gollern, Höver-Oetzendorf, Oetzen und Rätzlingen.

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