5000 Einwände gegen die A 39 sind das Ziel

Lautstarker Initiativen-Sprecher: Friedhelm Feldhaus Archivfoto: Rabsahl

Von Marc RathUelzen. Mit einer "Demonstration aus Qualität und Quantität" wollen die 30 Bürgerinitiativen gegen eine A 39 im Raumordnungsverfahren den Protest aus der Region zum Ausdruck bringen. 5000 Einwände gegen die Autobahnpläne sollen die Regierungsvertretung in Lüneburg erreichen, lautet das Ziel der 50 Mitstreiter, die am Dienstagabend in Uelzen die Strategie der nächsten Wochen berieten.

"Jeder kann Einwände einreichen", warb Initiativensprecher Friedhelm Feldhaus, dass sich möglichst viele Bürger an der Aktion beteiligen. "Ob individuelle Anmerkungen oder grundsätzliche Bedenken – alles ist möglich", erklärte er. Feldhaus bekräftigte, dass Stellungnahmen nicht nur zur Vorzugsvariante, sondern auch für die anderen möglichen Trassen eingereicht werden sollen: "Alle Abschnitte stehen noch zur Debatte. Wer sich jetzt zurücklehnt, hat bei substanziellen Einwänden gegen die Vorzugsvariante die Autobahn an der Backe", warnte er.

In den Gemeinden des gesamten Untersuchungsraumes werden derzeit in den Schaukästen die Fristen für die Beteiligung der Bürger veröffentlicht. Binnen sechs Wochen danach müssen die Bedenken formuliert sein.

Die Regierungsvertretung hatte vor einer Woche in ihrer Pressemitteilung formuliert, dass ihr die Stellungnahmen der Bürger "über die Gemeinden zugeleitet werden" sollen. Vertreter einzelner Initiativen berichteten indes am Dienstag , dass einige Bürgermeister angekündigt hätten, dies nicht tun zu wollen.

Annette Niemann vom Vorstand des Dachverbandes will diese Frage mit einem Rechtsanwalt klären. Damit die Einwände in jedem Fall ihr Ziel erreichen, rät sie, den Protest nicht nur an die Gemeinde, sondern auch direkt an die Landesbehörde und zur Sicherheit noch als Kopie an den Dachverband der A 39-Gegner zu schicken.

Daneben sind weitere Aktionen zur Begleitung des Raumordnungsverfahrens geplant. So soll es am Wochenende 20./21. Mai eine Sternfahrt mit dem Fahrrad zum Mittelpunkt der Vorzugsvariante geben. Eva Gresky aus Langenbrügge hat die Kreistags-Fraktionsvorsitzenden Claus-Dieter Reese (CDU) und Jacques Voigtländer (SPD) angeschrieben. Sie lädt die Chefs der beiden großen Fraktionen zu einer Diskussion ein, auf der die aktuellen Bedenken der Bevölkerung thematisiert werden sollen. Auf mehreren Veranstaltungen soll zudem für den Klagefonds geworben werden.

Eckehard Niemann regte an, dass A 39-Gegner auch vor Einkaufsmärkten mit der Bevölkerung den Dialog suchen und zu Einwänden ermuntern sollten. Zudem gelte es, dass die einzelnen Bürgerinitiativen auf ihre Gemeindevertreter zugehen, um sie für offizielle Proteste zu gewinnen.

Erschienen: 06.04.2006: AZ / 82 / Seite:3

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