Zwetschge auf letzten Drücker an Bosporus

Eines der letzten Spiele im VfL-Trikot: Beim Test gegen den FC Everton wirkte Zvjezdan Misimovic noch mit, nun wechselt er in die Türkei zu Galatasaray Istanbul.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen . Der Meister-Dirigent schwingt seinen Stab künftig am Bosporus: Zvjezdan Misimovic hat gestern auf den letzten Drücker doch noch den Absprung vom VfL Wolfsburg geschafft und unterschrieb beim türkischen Klub Galatasaray Istanbul einen Vierjahresvertrag.

Weitere Zu- oder Abgänge gab‘s beim Fußball-Bundesligisten nicht. Mit Misimovic verlässt eine der tragenden Säulen des Titel-Gewinns 2009 den VfL. Nach der Verpflichtung von Superstar Diego wollte Zwetschge nicht als Spielmacher zweiter Wahl in Niedersachsen versauern. Allerdings stand der erhoffte Wechsel zu Galatasaray bis kurz vor Transfer-Ultimo auf der Kippe. Längst nicht so eine Hängepartie wie umgekehrt bei Diego, aber doch eine abgespeckte Version davon. "Galatasaray hat viel Geduld gezeigt und sich sehr um mich bemüht", erklärte der 28-Jährige. Am späten Montagabend näherten sich die Klubs bei den Modalitäten entscheidend an, Misimovic setzte sich prompt in den Flieger gen Türkei. Um 1.10 Uhr landete er in der Nacht zu Dienstag mit einem Privatjet in Istanbul, absolvierte am Morgen den Medizincheck und verkündete im Anschluss happy: "Die Vereine haben sich geeinigt, jetzt klappt es doch noch mit meinem Wunsch, eine neue Herausforderung anzunehmen." Die geschätzte Ablöse (soll in Raten gezahlt werden) für den bosnischen Ballverteiler liegt bei rund 8,5 Millionen Euro – etwas mehr als die Hälfte der Diego-Summe hat der VfL also wieder raus. Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß meinte: "Wir danken Zwetschge für seine Leistungen und wünschen ihm viel Erfolg." Bei einem Telefonat vereinbarte er mit Misimovic, dass dieser nach dem ersten Spiel für "Gala" nochmal zurückkehrt, um würdig verabschiedet zu werden. Grafite bleibt indes beim VfL. Gestern hieß es, der FC Everton zeige Interesse am Stürmer – nur Gerüchte. Andererseits verpflichtete Wolfsburg auch keinen weiteren Akteur. Zwar bemühte sich Hoeneß bis zum Schluss um Verstärkungen wie Anatoliy Timoschtschuk (Bayern München) oder Gökhan Inler (Udinese Calcio), wurde aber nicht fündig. Der Manager: "Entweder hat der Verein den Spieler nicht abgeben wollen oder aber es wurden Preise aufgerufen, die einfach nicht marktgerecht sind." Für ihn aber kein Problem: "Wir sind hervorragend aufgestellt." Nun sei endlich Schluss mit den Spekulationen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare