Fußball – Bundesliga-Relegation: 3:1-Sieg im Hinspiel gegen Holstein Kiel schafft gute Basis

Zitter-Ende, aber: VfL vor Rettung

+
Es ging gut los: Divock Origi (r.) hat aus kurzer Distanz zur Wolfsburger 1:0-Führung abgestaubt.

dpa/ib Wolfsburg. Die Ausgangslage ist besser als nach dem Relegations-Heim-Hinspiel in der Vorsaison. Und doch fühlte sich der 3:1-Erfolg des Bundesliga-16. VfL Wolfsburg am Donnerstag gegen den Zweitliga-Dritten Holstein Kiel am Ende genauso wackelig an wie das 1:0 gegen Eintracht Braunschweig.

Letztlich zählt aber: Die Wölfe haben Teil eins der Mission nachträglicher Klassenerhalt gemacht. Ein totales Ruhekissen für das Wiedersehen am Pfingstmontag in Kiel ist der Zwei-Tore-Vorsprung aber nicht.

Das demonstrierten die äußerst unterhaltsamen 90 Minuten vor 28 800 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen Arena. Divock Origi (13.), Josip Brekalo (40.) und Yunus Malli (56.) trafen für den VfL, Kingsley Schindler gelang der zwischenzeitliche Ausgleich (34.) für die wackeren Störche, die am Ende dem zweiten Tor ganz nah waren.

Auch dieses Mal könnte eine völlig chaotische Wolfsburger Saison mit zwei Trainerwechseln und viel Unruhe hinter den Kulissen also doch noch glimpflich enden. Vor der Partie hatten die VfL-Spieler im Stadion-Magazin in einem Offenen Brief noch einmal an die eigenen Anhänger appelliert. „Wir versprechen euch, dass wir auf dem Platz alles dafür tun werden und bis zur letzten Minute Vollgas geben, damit der VfL da bleibt, wo er hingehört: in der ersten Liga“, hieß es.

Und in der Tat startete der Favorit voller Elan. Immer wieder angetrieben vom Wirbelwind Brekalo drückte das Team von Bruna Labbadia gleich aufs Tempo. Da sich aber auch die Gäste nicht versteckten, entwickelte sich ein munteres Spielchen, in dem sich der VfL ein Übergewicht erspielte. Und mit der ersten guten Gelegenheit gingen die Grün-Weißen in Führung. Nach einer Hereingabe von Malli scheiterte Renato Steffen zunächst noch an Kiels Torwart Kenneth Kronholm, doch dann drückte Origi den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie. Jener Origi, der im Vorfeld noch mit seinem Nichtwissen über den Gegner unangenehm aufgefallen war...

Die Kieler wirkten zunächst sichtlich beeindruckt vom schwungvollen Auftritt des VfL. Trainer Markus Anfang sprach von einer „Anpassungs-Phase“. In der ersten halben Stunde kamen die Gäste, die mit 71 Treffern immerhin über die beste Offensive der Zweiten Liga verfügten, zu keiner nennenswerten Gelegenheit. Ziemlich überraschend gelang Holstein daher in der 33. Minute der Ausgleich. Nach überragender Vorarbeit von Dominick Drexler (und dilettantischer Abwehrarbeit von William und Robin Knoche!) schoss Schindler aus kurzer Entfernung ein.

Doch der VfL schlug noch vor der Pause zurück. Kiels Abwehrspieler Dominik Schmidt köpfte den Ball nach einem langen Wolfsburger Ball direkt vor die Füße von Brekalo, der Kronholm mit einem wuchtigen Schuss aus 16 Meter keine Chance ließ. Nach dem Seitenwechsel setzte der VfL weiter auf Offensive und wurde belohnt. Malli umkurvte Kronholm und sorgte für das 3:1.

Für einen Moment wirkte es so, als sei beim Zweitliga-Herausforderer der Stecker gezogen. Denkste! Kiel kam noch einmal auf, Wolfsburg wackelte mit einem Mal bedenklich. Doch bei Riesen-Chancen durch Alexander Mühling und Toptorjäger Marvin Ducksch hatten die Gastgeber beim Zitter-Ausgang jede Menge Glück. Was zeigt: Am Montag im Rückspiel könnte es noch einmal ein heißer Tanz werden.

„Wir hatten genug Torchancen“, haderte Anfang. „Wir haben uns leider nicht belohnt.“ Auch die Wolfsburger waren jedoch nicht komplett zufrieden. „Es ist ein bisschen schade, dass wir nicht das vierte Tor gemacht haben“, sagte Maximilian Arnold. „Nichtsdestotrotz haben wir drei Tore geschossen, einziges Manko ist das Gegentor.“ Und er schob selbstbewusst hinterher: „Noch eine gute Leistung, dann bleiben wir in der 1. Liga. Ich denke, wir werden in Kiel alles klar machen. Dafür benötigen wir die gleiche Einstellung.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare