Anhänger blockieren Mannschaftsbus und stellen Spieler zur Rede

Fußball – Bundesliga: Wütende Proteste der Wölfe-Fans

+
Hunderte aufgebrachte Wolfsburg-Fans blockierten nach der 1:2-Niederlage gegen Leverkusen das Marathontor und stellten die Spieler zur Rede.

mth Wolfsburg. Die Fan-Seele kochte vor Wut: Den eigentlich sehr geduldigen Anhängern des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg platzte aufgrund der zweiten Halbzeit gegen Bayer 04 Leverkusen (1:2 nach 1:0-Pausenführung) endgültig der Kragen.

Geschätzte 300 Wölfe-Fans blockierten das Marathontor der Arena und ließen ihren Frust lautstark raus. Erst nachdem Kapitän Diego Benaglio eine Ansprache an die aufgebrachten Anhänger gehalten hatte, durfte der Mannschaftsbus passieren.

Diese Bilder mögen in Hamburg, Köln oder Frankfurt nicht erstaunlich sein, doch in Wolfsburg gab es solche Szenen in diesem Ausmaß noch nie. „Scheiß Millionäre!“, „Wir sind Wolfsburger und ihr nicht“, „Und ihr wollt in die Champions League?“ schallte es durch den Allerpark. Die Fans waren stinksauer, ob der unerklärlich schwachen zweiten Hälfte. Das Maß ist voll beim Publikum.

Schon vor der Begegnung wurde entlang der gesamten Nordkurve, dem Stadionteil mit den eingefleischten VfL-Fans, ein riesiger Banner aufgehangen. „Schluss mit Durchhalteparolen – kämpft jetzt!“ Diese unmissverständlichen Worte sollten jedem Spieler klarmachen, was die Anhänger sehen wollen: Kampf, Kampf und nochmal Kampf. Anstatt Hackentricks und anderen Kabinettstückchen will man eine leidenschaftliche Grätsche sehen. Doch das schienen die elf Wölfe auf dem Rasen zumindest in der zweiten Hälfte schon wieder vergessen zu haben. Schon direkt nach dem Führungstreffer für Leverkusen in der 84. Minute verließen die Fans das Stadion in Strömen. Der Rest quittierte die Vorstellung mit „Wir haben die Schnauze voll!“.

VfL-Manager Klaus Allofs zeigte Verständnis für den Unmut, nahm seine Spieler aber auch in den Schutz: „Unsere Spieler sind keine ‘Scheiß Millionäre’, um das mal ganz klar zu sagen“, so Allofs. „Sie machen viele Dinge falsch, aber ich lasse es nicht zu, dass sie so betitelt werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare