Wolfsburgs x-ter Anlauf

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Wolfsburg - Von Arek Marud Steve McClaren muss sich wie in einer Endlosschleife vorkommen. Deshalb beinhaltet der Appell, den der Coach des VfL Wolfsburg vor dem heutigen Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg an seine Spieler richtet, im Grunde nichts Neues.

Die 2:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen hat den Fußball-Bundesligisten mal wieder um Welten zurückgeworfen. Die Aufholjagd beginnt – mal wieder – von vorn! Und deshalb bleibt McClaren nichts anderes übrig, als sich zu wiederholen. "Entscheidend ist, wie wir auf das Leverkusen-Spiel, das wir eigentlich hätten gewinnen müssen, antworten." Das amateurhafte Verhalten nach der 2:0-Führung und die Vielzahl weiterer leichtfertig verschenkter Punkte setzt dem nach Antworten suchenden Engländer mächtig zu. "Wir haben uns meistens selbst geschlagen. Das macht einen fast verrückt. Der Teufel steckt eben im Detail, und wegen dieser Kleinigkeiten haben wir unsere Spiele verloren." Und so fordert McClaren einmal mehr eine Wiedergutmachung heute in Nürnberg. "Ich erwarte von meiner Mannschaft eine starke und positive Reaktion." Und auch die nachfolgenden Sätze hat man von dem Coach so oder so ähnlich schon mal gehört: "Die nächsten beiden Spiele sind sehr wichtig für uns, und heute soll es beginnen." Als Grundübel der mangelhaften Bilanz sieht McClaren die mentale Schwäche an. "Den Unterschied zwischen Siegen und Verlieren macht oft die Konzentration aus. Die mentale Stärke ist ein wesentliches Talent, das man für den Profisport mitbringen muss. Wir müssen daraus lernen und versuchen, uns durch diese Erfahrungen weiterzuentwickeln." Der Verein überlegt inzwischen, einen Mentaltrainer einzustellen, um das Problem in den Griff zu bekommen, will sich aber auch Zeit lassen. Viel Zeit bleibt den Wölfen angesichts des wachsenden Rückstands auf die internationalen Ränge nicht. McClaren vermisst trotzdem Nuancen. "Andernfalls hätten wir viel einfacher verloren. Wir sind auf dem richtigen Weg." Aber noch lange nicht dort angekommen, wo der Coach die Wölfe gern sehen würde: "Wir haben nach wie vor sehr viel zu tun." Obwohl Nürnberg "ein paar sehr gute Spiele gemacht hat und zuhause spielt", vertraut McClaren seiner Mannschaft. "Insgesamt bin ich sehr optimistisch, denn wir haben einfach ein sehr gutes Team." Und dieses nimmt heute den x-ten Anlauf.

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