Fußball – Bundesliga: VfL erwartet Spitzenreiter Leverkusen / Perisic wieder im Training / Guilavogui fehlt gesperrt

Wolfsburgs Wunsch: Eine Beule für Bayer

+
Zu weit weg vom Gegenspieler: Wie in dieser Szene Münchens Juan Bernat (M.) können die Wolfsburger (Vieirinha und Ivica Olic/r.) ihre Gegner beim Pressing nicht konsequent unter Druck setzen. Foto: Gades

Wolfsburg. Ein Hauch fußballerischer Herbstdepression war beim VfL Wolfsburg nach der 1:4-Klatsche in der Europa League beim FC Everton schon zu spüren. „Ein lustiger Haufen war das nicht. Die Spieler waren in sich gekehrt.

Man merkt, dass auch sie nach dem wie und warum suchen“, meinte Trainer Dieter Hecking, der vor dem Duell mit Bundesliga-Spitzenreiter Bayer 04 Leverkusen (Sonntag, 15. 30 Uhr) die Rückkehr zur Normalität anstrebt.

„Wir können die Europa League nun 14 Tage ruhen lassen. Jetzt gilt es, den Schalter umzulegen“, forderte der Wolfsburger Coach mit Blick auf den – angesichts von zwei Punkten aus drei Spielen ebenfalls grauen – Bundesliga-Alltag. „Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft das schaffen wird“, so Hecking.

Aber nicht ohne Hilfe von außen. Das Trainerteam muss den auch auf dem Feld nur umherirrenden Wölfe wieder den Weg zu den Sonnenseiten zeigen. Man habe derzeit nicht den Rhythmus und das Gefühl für das Pressing, das im letzten Jahr noch gut war, beklagte Hecking. Deshalb sei auch das Umkehrspiel in beiden Richtungen nicht gut.

„Wenn einer oder zwei den richtigen Moment verpassen, dann kann sich der Gegner bis an den Strafraum durchspielen“, hat Hecking erkannt. „Das ist die Hauptaufgabe, die wir sehen.“ Gelingt es dem VfL nicht, „die Räume, die wir unnötig freigeben“, gegen Bayer zu schließen, droht wieder ein Desaster. „Bayer ist eine gute Mannschaft mit exzellenten Einzelspielern gerade in der Offensive. Wenn man sie spielen lässt, sind sie in der Lage für Wirbel zu sorgen“, warnt Hecking und setzt auf ein Ende des Wolfsburger Wir-machen-den-Weg-frei-Prinzips.

Schließlich, so sagt es Hecking, habe auch der Gast aus Leverkusen, der schon „sehr, sehr positiv auf sich aufmerksam gemacht hat“, seine Schwächen in der Rückwärtsbewegung. „Da sind sie anfällig“, meint der Wolfsburger Coach, der noch zusammen mit Bayer-Trainer Roger Schmidt für Paderborn kickte.

Freundschaftsdienste wird es aus Wolfsburger Sicht nicht geben (können). Es gilt, den national unbesiegten Leverkusenern, die zuletzt „ein paar Schrammen abbekommen“ haben, nun eine Beule zu verpassen. Notfalls mit „viel Glück und einem dreckigen 1:0. Wir müssen es erzwingen“, fordert Hecking, der wieder Ivan Perisic nach Schulterverletzung im Mannschaftstraining begrüßen konnte, den ersten Sieg in der Bundesliga.

Sonst könnte den Grün-Weißen, die gegen Bayer Leverkusen ohne den Gelb-Rot-gesperrten Joshua Guilavogui auskommen müssen, nach den ersten herbstlichen Depressionen bereits ein frühzeitiger Wintereinbruch drohen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare