Fußball – Bundesliga: VfL bezwingt starke Gladbacher mit 2:1 / Hecking lobt kämpferische Leistung

Wolfsburger Sieg des Willens

Olé! Wolfsburgs Nummer zehn, Julian Draxler (l.), lässt Gladbachs Nico Elvedi vor dem Tor zum 1:0 ganz alt aussehen und den Rechtsverteidiger ins Leere rutschen.
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Olé! Wolfsburgs Nummer zehn, Julian Draxler (l.), lässt Gladbachs Nico Elvedi vor dem Tor zum 1:0 ganz alt aussehen und den Rechtsverteidiger ins Leere rutschen.
  • VonMichael Theuerkauf
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dpa/mth Wolfsburg. Deutlicher als nach dem glücklichen 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach hätte Dieter Hecking den Anspruch beim VfL Wolfsburg kaum ausdrücken können.

Während die Spieler es immer noch nicht fassen konnten, gegen einen spielerisch eigentlich klar besseren Gegner gewonnen zu haben, erklärte der VfL-Coach nach zwei Siegen binnen fünf Tagen sein Team schon wieder für stark genug, „im oberen Tabellendrittel für Wirbel zu sorgen. “.

Gemeint ist natürlich die erneute Qualifikation für die Champions League. Etwas anderes zählt beim Pokalsieger nicht. Dabei ist der VfL als Siebter gerade mal bis auf zwei Punkte an die Europa-League-Ränge herangerückt. Doch Hecking befand mutig: „Dafür brauchen wir eine Serie. Vielleicht haben wir sie jetzt gestartet.“

In der Tat könnte der etwas kurios zustande gekommene Sieg gegen auch laut Hecking „bärenstarke“, aber eben nicht ganz effektive Borussen so etwas wie eine Initialzündung für den Saison-Endspurt gewesen sein. „Wenn man gegen eine Spitzenmannschaft wie Gladbach gewinnt, kann man auch selbstbewusst sein“, meinte Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs und ergänzte: „Wir sind jetzt wieder dran.“

Zumindest für die Europa-League-Ränge und den Gegner vom Sonnabend stimmt das. Nur noch zwei Punkte liegen zwischen dem VfL vom Niederrhein und dem aus Niedersachsen. Es hätten auch gut und gerne acht Zähler sein können. „Gladbach war über weite Teile des Spiels die bessere Fußballmannschaft“, gestand Wolfsburgs Torschütze zum 1:0 (15. Minute), Julian Draxler: „Da mussten wir schon wirklich alles entgegen setzen, um das über die Zeit zu retten.“

Gladbach war zwar feldüberlegen, doch der VfL wehrte sich mit Händen und Füßen gegen die Offensivpower der Borussen und nutzte deren bekanntermaßen riskantes Angriffsspiel nicht nur bei beiden Toren gut aus. So bekamen die knapp 30 000 Zuschauer ein hochklassiges und laut Wolfsburgs Coach Hecking „rassiges Kampfspiel“ zu sehen: „Das hat meine Mannschaft hervorragend angenommen. Das muss auch mal sein, sich gegen einen bärenstarken Gegner so zu wehren.“ So spektakulär das Offensivspiel der Borussen vor allem dank Raffael und Lars Stindl teilweise auch ist, so anfällig ist Gladbach nach wie vor in der Defensive. Nahezu jeder gegnerische Coach verweist bei Spielen gegen das Team von Trainer Andre Schubert auf die riskante Spielweise Gladbachs, die viele Lücken offenbart. Möglicherweise zu viele, um am Ende wieder in die Champions League zu stürmen. Nur drei Teams in der Liga haben mehr Gegentore kassiert als die Borussia.

„Am Anfang haben wir es vielleicht zu offensiv interpretiert“, meinte Schubert selbst. Obwohl sein Team von Beginn an drückte, lag es nach einer guten Viertelstunde 0:2 hinten. „Wolfsburg war deutlich effektiver“, gestand Schubert. Und: Wolfsburg zeigte das, was man in der Saison teilweise vermissen musste. Sie zeigten viel Leidenschaft und den unbedingten Siegeswillen.

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