Ein Spiel dauert 90 Minuten...

Wolfsburg bricht beim 1:2 nach guter ersten Hälfte gegen Bayer Leverkusen ein

+
Die geballte Ratlosigkeit: Der VfL stellte in der zweiten Halbzeit das Fußballspielen ein und befindet sich spätestens jetzt komplett im Abstiegskampf.

dpa/mth Wolfsburg. Valérien Ismaël stapfte enttäuscht vom Platz. Der Interimscoach des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg verpasste auch im zweiten Anlauf den ersten Sieg als Bundesliga-Trainer und sah am Sonnabend eine späte 1:2 (1:0)-Niederlage gegen Bayer Leverkusen.

Während sich dadurch für den gesperrten Bayer-Trainer Roger Schmidt die Situation etwas entspannte, darf sich Ismaël kaum mehr Hoffnungen auf einen festen Job bei den Profis machen, auch wenn VfL-Manager Klaus Allofs sagte: „Das heutige Spiel ist nicht entscheidend. “.

Ismaël war „sehr enttäuscht“, zeigte sich aber optimistisch mit Blick auf seine weitere Zukunft. Auf die Frage, ob er auch beim nächsten Spiel Trainer sei, antwortete er: „Ja!“ Ohne Details zu nennen, sagte der Interimscoach: „Es gibt eine klare Absprache mit Klaus Allofs.“

Der ehemalige Innenverteidiger auf Wolfsburgs Trainerbank erlebte beim ersten Heimspiel als Verantwortlicher der Bundesliga-Mannschaft eine spielerisch limitierte Leistung seiner Schützlinge, die am Ende einbrachen. Seinem erneut enttäuschenden Team – zumindest in der zweiten Hälfte – gelang in der achten Ligapartie in Serie kein Sieg, es kassierte nach der Führung durch Maximilian Arnold vor 26 398 Zuschauern noch Gegentore von Admir Mehmedi (79.) und Tin Jedvaj (83.).

Ärgerlich war das für Ismaël, der schon nach sieben Minuten das erste Mal eingreifen musste. Beim ohnehin von Ausfällen geplagten VfL verletzte sich Innenverteidiger Robin Knoche, für ihn brachte der Interimstrainer Hendrik Hansen. Der 22-Jährige erhielt den Vorzug vor Philipp Wollscheid und agierte bei seinem Erstliga-Debüt im Zentrum der Abwehr neben Ricardo Rodriguez, der ein gelernter Linksverteidiger ist. Die Wolfsburger ließen sich durch den weiteren Ausfall zunächst nicht schrecken und suchten gegen die pressenden Leverkusener in der ersten Hälfte möglichst oft den Weg nach vorne.

Der VfL erarbeitete sich anfangs einige Torchancen. Nach vergeblichen Versuchen von Daniel Caligiuri (21.) und Mario Gomez (28.) traf Arnold. Der U21-Nationalspieler nutzte nach Unordnung in der Bayer-Abwehr eine präzise Flanke von Caligiuri und drückte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor. Danach ließ sich der VfL weit fallen und war am Ende viel zu passiv. Auch Bayer suchte den offensiven Weg. Nach dem peinlichen Pokal-Aus in Lotte lief es lange nicht wirklich rund, aber es gab einige Torchancen. Für die gefährlichste Situation der ersten Halbzeit sorgte Wendell, der nach Doppelpass von Mehmedi und Julian Brandt den Pfosten traf.

In der zweiten Halbzeit fiel der Bayer-Elf gegen die nun defensiveren Wolfsburger lange zu wenig ein. Doch das Team gab nicht auf und kämpfte weiter, während der VfL immer nervöser wurde. Zunächst traf der freie Mehmedi nach Pass von Benjamin Henrichs, dann Jedvaj per Rechtsschuss nach Vorlage von Aleksander Dragovic. Die Wölfe bettelten förmlich um die Gegentore. Keine Entlastung mehr nach vorne, die Bälle wurden meist blind aus der Abwehr nach vorne gedroschen und kamen postwendend zurück. Die erste Halbzeit hatte Mut gegeben. Der zweite Durchgang aber brachte Ernüchterung, Erkenntnis und machte Angst: Der VfL Wolfsburg ist in der derzeitigen Verfassung und Personallage nur bedingt Bundesliga-tauglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare