Wölfe zahnlos – FCI erlegt sich selbst

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Da ist es passiert! Ausgerechnet der Ex-Wolfsburger Caiuby schiebt nach einem Ingolstädter Konter zur 1:0-Führung ein. VfL-Verteidiger Patrick Ochs kommt zu spät.

dpa/mj Wolfsburg. Nur mit Ach und Krach hat Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg die Pflichtaufgabe im DFB-Pokal gegen Zweitligist FC Ingolstadt gemeistert. Erst das Tor von Ivica Olic (89.) sicherte dem Volkswagen-Club beim hart umkämpften 2:1 (0:1) gegen den von der VW-Marke Audi gesponserten Zweitligisten den Einzug ins Viertelfinale.

Vor 7 846 Zuschauern brachte ausgerechnet der frühere Wolfsburger Caiuby Ingolstadt gegen ideen- und leidenschaftslose Wölfe in Führung (17.). Ein abgefälschter Schuss von Naldo (66.) brachte dem VfL mit der ersten Torchance den Ausgleich – und dann kam Olic.

„Wir haben lange gebraucht, um Lösungen zu finden. Es hat Gott sei Dank noch in der regulären Spielzeit geklappt“, analysierte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking. Auch Matchwinner Olic räumte selbstkritisch ein: „Es war schwer für uns, Räume zu finden.“ Der Favorit machte trotz enormer Feldvorteile lange viel zu wenig aus seinen Spielanteilen. „Wir haben eine schwierige Aufgabe gemeistert. Das ist gut. Klar ist aber auch, dass wir heute nicht so gut gespielt haben“, resümierte Aushilfstorjäger Naldo nach dem glücklichen Sieg.

Insgesamt erinnerte wenig an einen Pokalkampf. Beide Teams traten mit dem Logo der Hilfsorganisation „A Chance To Play“ auf der Brust und nicht mit den Slogans ihrer Sponsoren an. Zu offensichtlich sollte das Konzernduell für VW wohl nicht sein. Auch die aktuelle Auto-Produktion hatte Einfluss auf das Spiel: Wegen der Arbeitsschichten im VW-Werk kamen nicht einmal 10 000 Zuschauer ins Stadion – und die sahen im gesamten Spiel kaum Torchancen.

Die erste Möglichkeit des Spiels brachte gleich die überraschende Führung für die Gäste. Mit feinem Pass schickte Philipp Hofmann Caiuby gegen die viel zu offensiv stehende VfL-Abwehr auf die Reise. Alleine gegen Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio hatte der Brasilianer keine Mühe. Der VfL reagierte mit Hilflosigkeit und leidenschaftslos gegen gut verteidigende Oberbayern. Bezeichnend für das wenig inspirierte Wolfsburger Spiel: Trotz 70 Prozent Ballbesitz erspielte sich der Bundesligist in der ersten Hälfte nicht eine Torchance.

Nach dem Seitenwechsel wagte Hecking mehr Offensive und brachte für Willi Evseev den Kroaten Ivan Perisic. Zunächst änderte sich wenig. Erst durch Naldos nicht unhaltbaren Schuss aus knapp 30 Metern kam Wolfsburg zurück. FCI-Torwart Ramazan Öczan sah dabei unglücklich aus. „Dass der Ball haltbar war, hat jeder gesehen“, monierte Hasenhüttl. Olic erlöste die VfL-Fans mit seinem Last-Minute-Treffer.

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