Wölfe verspielen letzte Euro-Chance

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1:1! Makoto Hasebe dreht jubelnd ab. Nach Flanke des gerade eingewechselten Ivan Perisic markiert der Japaner den Endstand im Nord-Derby.

dpa/mj Hamburg. Wenn zwei sich streiten, freut sich eben der Dritte. Obwohl das Nord-Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg beim 1:1 (1:0) keinen Sieger fand, gab es doch einen Gewinner. Den SC Freiburg!

Während die Wölfe zwei Spieltage vor dem Saisonende alle Chancen auf die Europapokal-Teilnahme verspielt haben, können die Rothosen aus Hamburg hoffen, die Freiburger vom sechsten Platz verdrängen zu können. Drei Punkte und 18 Tore beträgt der Abstand.

Vor 50 135 enttäuschten Zuschauern hatte HSV-Innenverteidiger Heiko Westermann die schwachen Gastgeber kurz vor der Pause in Führung gebracht. Doch Makoto Hasebe rettete den Niedersachsen in der 65. Minute einen verdienten Punkt. Der VfL ist damit seit acht Spielen unbezwungen.

„Das ist zu wenig“, sagte HSV-Kapitän Rafael van der Vaart. „Wir reden jede Woche über Europa League, aber wir müssen gewinnen, sonst schaffen wir es nicht“, fügte der Niederländer hinzu. „Wir sind auf einem guten Weg, uns zu stabilisieren, aber in diesem Jahr noch nicht Europa-League-reif“, urteilte HSV-Trainer Thorsten Fink. Seit sechs Jahren haben die Hamburger nicht mehr daheim gegen den VfL gewonnen.

Viel Arbeit bekamen die Torhüter Jaroslav Drobny, der beim HSV den gesperrten René Adler vertrat, und sein Gegenüber Diego Benaglio zu Beginn des Spiels nicht. Ein Volleyschuss van der Vaarts sorgte in der 4. Minute für Aufregung, doch Benaglio stand richtig.

Eine Woche nach dem 1:4 auf Schalke bekamen die angeschlagenen Hamburger das Spiel nicht unter Kontrolle. Die Wolfsburger wagten ebenfalls nur wenig. So musste ein kapitaler Aussetzer von HSV-Abwehrchef Westermann in der 31. Minute her, um für etwas Belebung zu sorgen. Der Ex-Hamburger Ivica Olic schoss überhastet in die Arme von Drobny.

Aber auch offensiv sorgte Westermann für Gefahr – und wie. Nach van der Vaarts Freistoß verlängerte der 29-Jährige den Ball mit dem Hinterkopf zum 1:0 ins Tor. Es war sein dritter Saisontreffer.

Nur Sekunden nach der Pause hätte Dennis Diekmeier schon eine Vorentscheidung herbeiführen können, setzte den Ball nach schönem Zuspiel aber über das Tor. Allmählich wurde die Partie munterer, weil nun auch die Wolfsburger zielstrebiger nach vorne spielten. Die besseren Chancen aber hatte noch der HSV. Son zwang Benaglio mit einem Fernschuss zur Parade (59.), auch bei Lams Aufsetzer war der Schweizer Schlussmann gefordert (61.).

Das Tor erzielten dann aber die „Wölfe“. Nach Flanke des gerade eingewechselten Ivan Perisic war Hasebe per Kopf zur Stelle. Nun wackelten die Hamburger bedenklich. Allein Bas Dost hätte bei drei ganz dicken Gelegenheiten (72./75./77.) für die Gäste nachlegen müssen, verpasste aber ebenso wie Naldo (72.) die überfällige Führung. So blieb es beim letztlich gerechten Remis, das keinem hilft. Nur dem SC Freiburg.

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