Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg nach 1:2-Niederlage gegen Augsburg zurück im unmittelbaren Abstiegskampf

Wölfe schon wieder auf dem Holzweg

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Fassungslosigkeit ob der eigenen Leistung: Die Profis des VfL Wolfsburg (von links Diego Benaglio, Ricardo Rodriguez) hätten sich nach der 1:2-Niederlage gegen den FC Augsburg am liebsten verkrochen.

dpa/ar Wolfsburg. The Extra Mile – So lautet das Motto des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg seit dem Sommer. Eigentlich sollte es dafür stehen, in jeder Situation den einen Schritt mehr zu machen als der Gegner.

So langsam könnten geneigte Beobachter allerdings das Gefühl bekommen, dass diese zusätzliche Meile für die Relegationsspiele am Ende der Saison steht.

Denn die Wölfe waren nach zuvor drei Siegen in Folge im Heimspiel gegen FC Augsburg am Sonnabend völlig von der Rolle. Nach der 1:2-Niederlage sind die Grün-Weißen wieder mittendrin im Abstiegskampf dabei. Grobe Abwehrfehler begünstigten die Pleite der Gastgeber. Das angesichts der vielen Ausfälle des FCA noch überraschendere 2:1 nahmen die Fuggerstädter fast schon selbstverständlich zur Kenntnis. „Die Mannschaft als Rumpftruppe zu bezeichnen, ist frech“, sagte Torschütze Halil Altintop am Sonnabend ebenso frech: „Wir haben einen Riesen-Kader.“

Riesig genug auf jeden Fall, um einen VfL zu besiegen, der aus der völlig verkorksten Hinrunde offenbar rein gar nichts gelernt hat. „Wir haben einen Befreiungsschlag verpasst, weil wir uns selbst geschlagen haben“, schimpfte Wölfe-Coach Valérien Ismaël. Dabei hatte es so gut angefangen. Bereits nach vier Minuten sorgte Nationalstürmer Mario Gomez mit seinem zweiten Heimtor in Folge für die frühe Führung. „Um ehrlich zu sein, habe ich mir den Ball an die Hand geköpft“, gab der Torschütze später zu. Und nicht nur das: Gomez stand beim Freistoß von Yunus Malli im Abseits, der Treffer hätte also nicht zählen dürfen.

Vor spärlich besetzten Rängen zogen die Wolfsburger aus dem 1:0 allerdings keine Sicherheit. Individuelle Fehler von Luiz Gustavo und Torhüter Diego Benaglio vor dem 1:1 und von Vieirinha vor dem 1:2 führten zur Niederlage. Auch weil die im Winter für 30 Millionen Euro aufgepäppelten Wolfsburger im Angriff zu uninspiriert waren oder am gut aufgelegten früheren VfL-Keeper Marwin Hitz im Augsburger Tor scheiterten, war gegen den Tabellennachbarn nichts zu holen.

Die Männer aus der Puppenkisten-Stadt spielten auch nach dem Rückstand munter nach vorne, zeigten sich gut organisiert und setzten die Wölfe früh unter Druck. Und so zwangen die Schwaben die Gastgeber zu Fehlern wie vor den Augsburger Treffern. Dabei hatte der neue FCA-Coach Manuel Baum neben dem gelb-gesperrten Konstantinos Stafylidis kurzfristig drei weitere Spieler ersetzen müssen. „Unser Kader ist eben gut“, sagte Hitz.

Ob das auch für die Wolfsburger gilt? Manager Olaf Rebbe wollte nach dem Schlusspfiff weitere Aktivitäten nicht gänzlich ausschließen. Abgänge dürfte es eher keine mehr geben. So dementierte Rebbe auch ein angebliches Angebot von Juventus für Luiz Gustavo: „Das sind nur Gerüchte.“

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