Fußball – Bundesliga: VfL verspielt leichtfertig Sieg im Niedersachsen-Derby / Nur 2:2 nach 2:0

Wölfe hören nicht zu und zu früh auf

Beinahe die Entscheidung: Ivan Perisic trifft aus dem Getümmel nur die Latte. Im Gegenzug gleich 96-Defensivmann Salif Sané mit einem Fallrückzieher aus. Das 2:2 ein Rückschlag für die Wölfe.
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Beinahe die Entscheidung: Ivan Perisic trifft aus dem Getümmel nur die Latte. Im Gegenzug gleich 96-Defensivmann Salif Sané mit einem Fallrückzieher aus. Das 2:2 ein Rückschlag für die Wölfe.
  • VonMatthias Jansen
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mj/dpa Wolfsburg. Zittern bis zum Schluss!? „Eng wird es bis zum Ende bleiben. Bis zum 34. Spieltag“, sagte Michael Frontzeck, Trainer von Fußball-Bundesligist Hannover 96, nach dem 2:2 (0:2) im Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg.

Zwar war die Aussage auf seine abstiegsbedrohte Auswahl gemünzt. Sie trifft aber auch auf die Wölfe zu. Nach dem dritten Bundesliga-Spiel ohne Sieg ist der Vorsprung auf Platz vier – verbunden mit einer Qualifikationsrunde zur Champions League – auf vier Zähler geschrumpft.

Dass es gegen die 96er wenigstens noch zu einem Zähler reichte, hatten die Wölfe ihrem Torhüter Diego Benaglio zu verdanken. Bas Dost (24.) und Ivan Perisic (45.) hatten den VfL vor 29 514 Zuschauern scheinbar sicher in Führung gebracht. Jimmy Briand (47.) und Salif Sané (58.) glichen zunächst aus, ehe Edgar Prib in der Nachspielzeit alleine vor dem Schweizer Schlussmann scheiterte. „Machst du das Tor, hast du drei Punkte“, ärgerte sich Prib. Zwar blieb Hannover im 15. Spiel in Serie ohne Sieg. Der erste Zähler unter Frontzeck sei dennoch „ein wichtiger Punkt“, so Hannovers Präsident Martin Kind.

Was ist los? Bei Kevin de Bruyne und dem VfL Wolfsburg lief nach der zweiten Halbzeit nicht viel zusammen. Foto: Gades/dpa

Den die Wölfe leichtfertig herschenkten. „Wir hatten eigentlich alles im Griff und machen zum richtigen Zeitpunkt die Tore“, sagte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking und war aufgrund des zweiten Durchgangs sauer auf seine Spieler. Die Mannschaft habe in der Pause „wohl nicht zugehört“, motzte der VfL-Coach. Drei Tage nach dem Einzug ins Pokal-Finale gegen Drittligist Bielefeld spielte Wolfsburg zunächst souverän, verschlief aber den Start in die zweite Halbzeit. Im Gefühl des sicheren Sieges ließen sie den Gästen zu viel Raum und verspielten den eingeplanten Dreier. Nachdem Perisic (54.) nur die Latte getroffen hatte, versenkte Sané den Ball mit einem Fallrückzieher zum 2:2. „Das war Weltklasse“, lobte Mitspieler Christian Schulz.

Nach einer Aufholjagd sah es in der ersten Halbzeit nicht aus. Mit einer personellen Änderung, André Schürrle begann für Daniel Caligiuri, beherrschte der Bundesliga-Zweite den Abstiegskandidaten 45 Minuten zunächst sicher. Die Wolfsburger ließen die Gäste laufen. Beim ersten Treffer beendete Dost nach Vorlage von Kevin de Bruyne seine zweimonatige Torflaute. Spätestens nach dem Tor von Perisic schien die Partie entschieden. 96 hatte den spielstarken Gastgebern bis dahin wenig entgegenzusetzen. Die Gastgeber waren meistens mit Defensivaktionen beschäftigt. Mit großem Einsatz versuchten sie, ihre Unterlegenheit auszugleichen.

Frontzeck versuchte mit zwei Wechseln den Umschwung herbeizuführen – und wurde belohnt. Für Joselu brachte er Briand, für Leon Andreasen den offensiveren Kenan Karaman. Die 96er drehten das Spiel... Allerdings nicht mehr komplett.

Von Matthias Jansen

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