Fußball – Bundesliga: VfL-Coach Andries Jonker nach 0:1-Pleite in Stuttgart angeblich vor dem Aus!

Wölfe bleiben blass und werden nass

Da passiert es: Stuttgarts Chadrac Akolo erzielt im Nachfassen das goldene Tor gegen den vor allem in der ersten Halbzeit ganz schwachen VfL Wolfsburg (l. Josuha Guilavogui).
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Da passiert es: Stuttgarts Chadrac Akolo erzielt im Nachfassen das goldene Tor gegen den vor allem in der ersten Halbzeit ganz schwachen VfL Wolfsburg (l. Josuha Guilavogui).
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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dpa/ib Stuttgart. Es sind erst vier Spieltage absolviert. Doch der VfL Wolfsburg schlingert schon wieder auf eine verkorkste Saison zu.

Nach der 0:1-Pleite zum Auftakt der englischen Woche (der Wahrheit) beim VfB Stuttgart gerät auch Coach Andries Jonker zunehmend unter Druck. Nach Informationen des Kicker soll der Holländer sogar vor dem Rauswurf stehen!

Angeblich werde hinter verschlossenen Türen bereits über eine Entlassung Jonkers beratschlagt. Die Wölfe-Schlappe selbst geriet am Samstag fast in den Hintergrund. Denn die schwere Kopf-Verletzung von Stuttgarts Kapitän Christian Gentner, 2009 mit den Grün-Weißen noch Deutscher Meister, überschattete alles. „Wir sind in Gedanken bei unserem Captain“, sagte VfB-Trainer Hannes Wolf. Dass der Bundesliga-Aufsteiger 2017 in der heimischen Arena weiter ungeschlagen ist, spielte zunächst kaum eine Rolle.

Bestürzung bei den Zuschauern: Der Ex-Wolfsburger Christian Gentner erlitt eine schwere Kopfverletzung.

In der 84. Minute war Gentner von Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels bei einer Rettungsaktion mit dem Knie an der Schläfe getroffen worden. Der 32-Jährige wurde schwer benommen mit einer Trage aus dem Stadion gebracht. Durch die lange Pause gab es eine achtminütige Nachspielzeit. Auf eine Bestrafung von Casteels verzichtete Schiri Guido Winkmann. Der Referee habe die Szene „direkt als unglücklichen Zusammenprall bewertet“, erklärte DFB-Schiedsrichter-Manager Hellmut Krug. Auch der Video-Assistent sei zu der Einschätzung gekommen. „Deshalb wurde die Entscheidung nicht korrigiert.“

Gentner wird den Schwaben in den kommenden Spielen als Leader fehlen. Mit ihm hatte der VfB zuvor deutlich gemacht, dass er den Sieg mehr will als die Wolfsburger. Angetrieben von den starken Neuzugängen Anastasios Donis und Santiago Ascacibar, die beide ihr Startelf-Debüt in der Bundesliga feierten, drängten die Schwaben den VfL in die eigene Hälfte. Vor allem Unruheherd Donis bekam die Wolfsburger Defensive überhaupt nicht in den Griff. Schon nach 13 Minuten hatte der Grieche die Führung für Stuttgart auf dem Fuß, seinen Distanzschuss lenkte Casteels aber noch mit den Fingerspitzen an den Pfosten.

Die Wölfe dagegen agierten über weite Strecken harmlos. Ohne den verletzten Ex-Stuttgarter Mario Gomez war die Offensive um den Liverpool-Neuzugang Divock Origi kaum zu sehen. „Leider haben wir heute nicht nur schlechtes Wetter, sondern auch ein ganz, ganz schlechtes Spiel des VfL gesehen“, sagte Wolfsburgs Manager Olaf Rebbe mit Süffisanz.

Origi war bemüht, ihn erreichten aber kaum Bälle. Die verdiente Führung für den VfB fiel dann nach einer erneut starken Aktion von Donis, nach dessen Flanke Chadrac Akolo zunächst an Casteels scheiterte – den Nachschuss nutzte der Kongolese vor 50 500 Zuschauern aus wenigen Metern dann aber zum Treffer des Tages. „Ich bin sehr stolz auf die Jungs heute, dass wir das Spiel gewonnen haben und auch über die Art und Weise“, sagte Wolf.

Bei den Wolfsburgern war dagegen größtenteils keine Struktur im Aufbauspiel zu erkennen. Zwar zeigten sich die Gäste im zweiten Durchgang deutlich bemühter, ohne Gomez fehlte aber die Durchschlagskraft. Ein ohnehin wenig spannendes Spiel verlor dadurch im zweiten Durchgang weiter an Attraktivität, weil auch der VfB seine Offensivbemühungen sichtlich einstellte. Der eingewechselte Paul-Georges Ntep verpasste in der langen Nachspielzeit den Ausgleich.

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