Winterkorn besucht Wölfe

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Überraschende Stippvisite: VW-Chef Prof. Martin Winterkorn schaute am Mittwoch beim VfL-Training vorbei.

Wolfsburg - Von Arek Marud.  Das ist doch nicht etwa...?! Die Profis des VfL Wolfsburg trauten beim Mittwochstraining ihren Augen nicht. VW-Chef Prof. Martin Winterkorn stattete dem Fußball-Bundesligisten einen unverhofften Besuch ab – absolut einmalig!

Als um kurz nach 11 Uhr ein schwarzer Phaeton am Trainingsgelände vorfährt, sind Fans und Spieler völlig ahnungslos. Mit einer dicken VfL-Sportjacke über seinem Anzug steigt aus der Nobel-Karosse Prof. Martin Winterkorn höchstpersönlich aus. „Es war ein ganz spontaner Besuch. Bei uns ist es diese Woche etwas ruhiger, und da habe ich gern einmal die Gelegenheit genutzt, beim Training dabei zu sein“, sagte der VW-Boss, nachdem er lange mit Trainer Felix Magath gesprochen und 30 Minuten lang den verblüfften Profis beim Training zugeschaut hatte.

Die Stippvisite: Für Winterkorn „auch ein Zeichen unsererseits, dass wir voll hinter der Arbeit Felix Magaths stehen. Was ich gesehen habe, gibt mir ein gutes Gefühl. Jetzt hoffe ich, dass wir am Freitag in Bremen gut spielen und vor allem auch Punkte mitnehmen werden“, erklärte Winterkorn, der nach Trainingsende jedem Spieler mit einem breiten Lächeln die Hand schüttelte und mit dem einen oder anderen auch ins Gespräch kam.

Trotz des 4:1 über Köln warnte Winterkorn vor zu viel Begeisterung. „Man sollte nicht zu euphorisch sein, der 1. FC Köln ist nicht wirklich ein Maßstab gewesen. Ob die gute Leistung eine Eintagsfliege war oder nicht, das werden erst die nächsten Spiele zeigen.“

Der Überraschungsbesuch kam bei der Mannschaft gut an. „Wir alle hier sind ein Team, und auch Herr Winterkorn ist natürlich ein Teil davon. Deshalb finde ich es gut, dass er heute hier gewesen ist“, sagte Spielmacher Diego. Magath sah’s ähnlich. Natürlich freue ich mich, wenn der Chef vorbeikommt und bei uns Präsenz zeigt. Gerade in solch schwierigen Zeiten brauchen wir jede Unterstützung, die wir kriegen können.“

Zuvor übte Magath erneut Kritik am Ex-Manager Dieter Hoeneß und Trainer Steve McClaren wegen des Verkaufs von Andrea Barzagli. „Warum man sich in der Winterpause von ihm getrennt hat, weiß ich bis heute nicht“, sagte er der Sport-Bild. Den 500 000-Euro-Transfer zu Juventus Turin bezeichnete er als „risikoreich“ und verwies auf die lange Verletzung von Arne Friedrich und die Anfälligkeit von Simon Kjaer. Dzekos Verkauf konnte Magath nachvollziehen. „Dass er wegwollte, war schon in meiner ersten Amtszeit Thema.“

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