Fußball – Bundesliga: VfL-Coach Glasner interessiert gegen TSG vor allem Konstanz

Der Wink an die Europacup-Fraktion

+
Zündet er endlich wieder? Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst (l.) wartet schon eine ganze Weile auf einen Treffer. Angesichts der eher mauen Formkurve des VfL wäre eine Initialzündung gegen Hoffenheim von Vorteil.

Wolfsburg – Auch wenn Oliver Glasner nur das Hier und Jetzt beeinflussen (und beurteilen) kann, so hat sich der Chefcoach des VfL Wolfsburg doch die Mühe gemacht, die grün-weiße Historie in der Fußball-Bundesliga unter die Lupe zu nehmen.

Mit dem Ergebnis, dass sich der Club, mittlerweile in seiner 23. Saison im deutschen Oberhaus, sechsmal – und nur zweimal direkt hintereinander – für den internationalen Wettbewerb qualifiziert hätte. „Das sagt einiges über den VfL Wolfsburg aus“, betonte Glasner vor dem Auswärtsspiel am morgigen Sonnabend (15. 30 Uhr) beim Tabellensiebten TSG 1899 Hoffenheim.

Und zwar dass der Sprung nach Europa, wenngleich im Vorjahr geglückt, nicht „die klare Selbstverständlichkeit ist, die hier angenommen wird“. Ein Wink an das zwiegespaltene Umfeld, von dem ein Teil den Europa-Cup als Wolfsburger Muss ansieht. Na klar sei er im vergangenen Sommer als Nachfolger von Bruno Labbadia mit dem Ziel angetreten, die Wölfe „in diesem Bereich zu stabilisieren“. Und na klar sei die Mannschaft „megagut“ in die Saison gestartet und hätte Erwartungen geweckt. Doch aktuell sieht der Österreicher die Aufgabe von ihm und seiner rumpelnden Riege vordergründig darin, „dass wir konstant über 90 Minuten unsere Leistung abrufen. Das fällt uns schwer. Es gilt, die guten Phasen in den Spielen länger zu gestalten.“

Ein Anti-Auftritt wie in Halbzeit eins gegen Düsseldorf (1:1) sei nicht zumutbar. Die Mannschaft sei allerdings „sehr selbstkritisch“ mit den unbefriedigenden Vorwochen ins Gericht gegangen, bekräftigte Glasner. Gleichwohl hob er auch die positive Reaktion nach der Pause hervor. Der 45-Jährige sieht kein Führungsproblem beim VfL. „Es gibt die Oliver Kahns und Stefan Effenbergs halt nicht mehr so in der Vielzahl, die alle in unserer Generation noch im Kopf haben. Aber die Mannschaft ist intakt, sonst hätte sie nach der Roten Karte und dem 0:1 nicht so zurückkommen können.“

Gegen Hoffenheim, selbst schwankend unterwegs, erwartet er nun einen Schlagabtausch mit offenem Visier. „Sie spielen einen gepflegten Fußball“, sagt Glasner über das Team von Trainerkollege Alfred Schreuder. Auch dieser trat bei der TSG bekanntlich in große Fußstapfen von Julian Nagelsmann...

VON INGO BARRENSCHEEN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare