Wieder kein Sieg: VfL-Krise spitzt sich zu

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Nach einem Patzer von Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio und seinem schwach abgewehrten Freistoß erzielte der Kölner Milivoje Novakovic (2. v. r.) im Nachschuss den Führungstreffer für den überlegenen 1. FC Köln.

dpa Köln. Die Krise des VfL Wolfsburg spitzt sich weiter zu. Auch beim Kellerkind 1. FC Köln schafften die ambitionierten Wölfe nicht die erhoffte Wende.

Der erst vier Minuten zuvor eingewechselte Cicero rettete den Wolfsburgern mit einem tollen Fallrückzieher einen überaus glücklichen Punkt (81.). Nach der Führung durch Torjäger Milivoje Novakovic (51.) hatten die FC-Fans unter den 43 000 Zuschauern schon vom vierten Saisonsieg geträumt. „Wir hätten heute gern drei Punkte geholt, das war unser Ziel. Die erste Halbzeit war okay, das 1:0 verdient. Dann haben wir Wolfsburg zu viele Räume gelassen, da ist natürlich jede Aktion gefährlich – und dann bekommst du so ein Tor“, analysierte Kölns Trainer Frank Schaefer, dessen Mannschaft mit 12 Punkten auf dem Relegationsplatz 16 steht. Wolfsburg ist mit 16 Zählern Tabellen-13. Kölns Nationalspieler Lukas Podolski schrammte nach einer Unsportlichkeit gegen Edin Dzeko, dem er mit gestrecktem Bein in den Unterleib trat, nur knapp an einer Roten Karte vorbei (22.). „Es tut überall weh. Er hat sich später entschuldigt, aber so etwas braucht man im Fußball nicht“, sagte Dzeko und lieferte noch eine Kurz- Analyse: „Ich denke, dass wir in der zweiten Halbzeit viel Druck gemacht haben. Am Ende ist das 1:1 für beide verdient.“ Podolski zeigte sich einsichtig: „Es war keine Absicht, ich wollte zum Ball gehen. Na klar, sieht das nicht gut aus. Da kann man eventuell Rot zücken. Aber ich habe mich in der Halbzeit bei Edin entschuldigt.“ Mit dem 1:1 war der Kölner Jung’ halbwegs zufrieden: „Am Ende haben wir um das Tor gebettelt.“ VfL-Trainer Steve McClaren musste nach dem 1:1 beim FC St. Pauli auf zwei Positionen umstellen: Für Diego (5. Gelbe Karte) und Matchwinner Cicero, der zunächst zuschauen musste, rückten der Däne Thomas Kahlenberg und Tolga Cigerci ins Team. Der 18 Jahre alte Deutsch-Türke bestritt sein Bundesliga-Debüt. In der „Aufwärmphase“ boten beide Teams den Fans bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt nicht viel. Doch dann kam Köln in Schwung und bestimmte das Geschehen, Wolfsburg hielt nur dagegen. Fast wäre Matuschyk die Führung für den FC geglückt, doch seinen 15-Meter-Schuss aus halblinker Position drehte VfL-Keeper Diego Benaglio mit den Fingerspitzen um den Pfosten (17.). Nach Flanke von Podolski musste der Schweizer Torhüter erneut retten (32.). Doch beim 1:0 patzte Benaglio: Den 36-Meter-Freistoßknaller von Petit ließ er abprallen, Novakovic staubte per Kopf ab (51.). Köln wirkte aggressiver, schneller, mit mehr Zug zum Tor. Doch der flinke Mato Jajalo vergab aus guter Position (36.) ebenso wie nach der Pause die mögliche Vorentscheidung zum 2:0 (55.). Von Wolfsburgs Doppelspitze Dzeko/Grafite, mit 16 Treffern das torgefährlichste Angriffs-Duo der Bundesliga, war wenig zu sehen. Grafite setzte sich nach feinem Pass von Kahlenberg im Strafraum nicht entschlossen genug durch (26.). Das war seine einzige Aktion: Angeschlagen musste der Brasilianer bereits in der 42. Minute vom Rasen.

Das Spiel im Stenogramm:

1. FC Köln:

Mondragon – Brecko, Geromel, Mohamad, Ehret – Petit (86. Schorch), Pezzoni – Jajalo, Matuschyk, Podolski – Novakovic (72. Clemens).

VfL Wolfsburg: Benaglio – Pekarik, Barzagli, Kjær, Schäfer – Josué (77. Cicero) – Riether, Cigerci – Kahlenberg (59. Ziani) – Grafite (42. Mandzukic), Dzeko.

Tore: 1:0 Novakovic (51.), 1:1 Cicero (81.).

Gelbe Karten: Geromel, Podolski / Barzagli, Kjaer.

Zuschauer: 43.000.

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken).

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