Wieder 0:2! Wölfe fremdeln

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Der erste FSV-Streich: Eric Maxim Choupo-Moting lässt VfL Wolfsburgs Schlussmann Diego Benaglio (M.) keine Abwehrchance und trifft zur Mainzer Führung. Die Wölfe verloren nicht nur das Spiel, sondern auch Luiz Gustavo durch eine Gelb-Rote Karte.

dpa/ib Mainz. Hier läuft etwas verkehrt(herum)! In der Vorsaison offenbarte der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg noch eine eklatante Heimschwäche. Nun scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Plötzlich bleiben auswärts die Ergebnisse (und Tore) aus. 0:2 (0:0) beim FSV Mainz 05, wie schon in Hannover, und erneut beendeten die Wölfe die Partie nach einer Gelb-Roten Karte gegen Luiz Gustavo nicht zu elft.

So herrschte nur im Mainzer Lager Euphorie. Speziell bei den Fans, die „Europapokal“ skandierten. Thomas Tuchel bewahrte Bodenhaftung. „Wir fangen nicht an zu träumen. Wir genießen, heben aber nicht ab“, sagte der FSV-Trainer nach dem dritten Sieg im dritten Spiel. „Wir haben eine gute Qualität, das ist eine tolle Momentaufnahme.“

Vor nur 27 103 Zuschauern sorgten Eric Maxim Choupo-Moting (61. Minute) und Nicolai Müller (78.) für die Tore. Grund zum Jubeln hatte auch Manager Christian Heidel. Der 50-Jährige konnte sich am Freitag mit seiner Lebensgefährtin Steffi über die Geburt von Töchterchen Sanita freuen.

Wolfsburg hingegen musste sich erstmals seit Dezember 2005 in Mainz geschlagen geben. VfL-Coach Dieter Hecking attestierte seiner Mannschaft trotz der neuerlichen Nuller-Niederlage als guter Gast „eine richtig gute Leistung“. Zumindest über 65 Minuten. „Das war eine Partie auf allerhöchstem Niveau. Jeder wollte gewinnen. Wir haben aber unsere Chancen nicht genutzt“, nannte Hecking den entscheidenden Unterschied zu den 05ern.

Mit der Siegerelf vom 4:0 gegen Schalke 04 übernahmen die Grün-Weißen von Beginn an die Initiative. Die Mainzer ließen die Niedersachsen gewähren, bauten erst in der eigenen Hälfte einen dichten Riegel auf. Die 05er lauerten auf Fehler des VfL, um dann im Dauerregen blitzartig in den Angriffsmodus zu schalten. Die hohen Ballbesitzzeiten brachten Wolfsburg keine großen Chancen.

Die Mainzer Taktik ging nach 23 Minuten fast auf. Niki Zimling hatte Shinji Okazaki angespielt, doch der Japaner verzog freistehend. Nicht besser machte es Nicolai Müller, der nach Pass von Okazaki vor Diego Benaglio an den Ball kam, das Tor aber knapp verfehlte (27.). Praktisch im Gegenzug musste 05-Kapitän Nikolce Noveski nach einem Vieirinha-Schuss für den geschlagenen Heinz Müller auf der Linie klären (28.).

Den ersten Farbtupfer nach dem Wechsel setzte Ja-Cheol Koo, den die Mainzer nur zu gern in ihren Reihen hätten. Heinz Müller lenkte den Kopfball des Südkoreaners zur Ecke (47.). Nach einer Stunde belohnten sich die Platzherren für ihre kampf- und laufstarke Vorstellung. Ein Eckball von Johannes Geis segelte auf den Kopf von Bo Svensson, der Choupo-Moting zentral vor dem Tor bediente. Der Deutsch-Kameruner konnte den Ball annehmen und verwerten.

Wolfsburg musste noch offensiver werden. Das bot den Mainzern Raum für schnelle Konter. Einen beendete Gustavo gegen Nicolai Müller zu rüde. Der bereits verwarnte Brasilianer musste mit Gelb-Rot runter. Nun hatten die Mainzer Platz zum Kontern. Zunächst wurde der letzte Ball zu ungenau gespielt. Dann zeigte Nicolai Müller sein Können. Der Jung-Nationalspieler ließ Benaglio mit einem beherzten Schuss keine Chance.

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