Fußball – Bundesliga: Maximilian Arnold nicht angetan von der Extrarunde, Renato Steffen aber findet’s „geil“

„Wie bitte!?“ Guilavogui kein Kiel-Kenner...

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„Einer von uns“: So feierte Wolfsburgs Stadionsprecher das Tor zum 3:1 durch Robin Knoche (2. v. l., hier mit Maximilian Arnold). Aber noch hat der VfL nichts gewonnen.

Wolfsburg. „Wie bitte!?“ Womöglich lag es an Verständigungsproblemen. Doch selbst auf dreimaliges Nachfragen des Fernsehteams konnte Josuha Guilavogui am Samstag mit den Namen Dominick Drexler und Marvin Duksch nullkommanix anfangen.

Kleine Nachhilfe fürs Nachsitzen: Das sind die Top-Scorer von Holstein Kiel. Dem Herausforderer in den zwei anstehenden Relegationsspielen.

Kennst du Kiel? Renato Steffen (l.) und Divock Origi betreten ab Donnerstag in der Relegation Neuland. Sie müssen sich bei den Teamkollegen wohl noch einige Infos einholen.

Dieses Déjà-Vu müssen die Wölfe trotz des 4:1 am letzten Bundesliga-Spieltag über Köln wohl oder übel über sich ergehen lassen. Guilavogui, Schütze des Führungstreffers, hätte sich diese Extrarunde gerne erspart. Doch der Franzose gab offen und ehrlich zu: „Wenn wir unsere Saison anschauen, haben wir einfach nicht mehr verdient.“ Derweil befand sich Guilavoguis Teamkollege Maximilian Arnold im Gefühlschaos. „Nach so einer Leistung dann noch mal so nachzusitzen, fühlt sich irgendwie nicht so gut an, muss ich ganz ehrlich sagen.“ Tja, selbst Schuld!

„Wer bitte!?“ Josuha Guilavogui muss sich noch mit Kiel befassen.

Vielleicht der einzige Wolfsburger im Kader, der gewissermaßen Bock auf die Alles-oder-nichts-Spiele gegen den Zweitliga-Überflieger hat, ist Renato Steffen. Offenbar ein Adrenalin-Junkie. „Ich finde das eigentlich geil, wenn es auf der Kippe steht.“ Das würde ihm einen Extra-Kick geben. Drucksituationen wie gegen Köln würden ihm wiederum nichts anhaben, versicherte der Schweizer, der sich plötzlich in die Startelf gespielt hat. „Ich blende so etwas total aus. Daher ist das nicht so tragisch für mich wie für andere Spieler.“

Eine Erleichterung für die Wölfe und für ihn selbst: Nach einer langen Durststrecke trifft Divock Origi (l.) zum 2:1 gegen Köln.

Tragisch wäre aber ohne Frage ein Versagen gegen Kiel. So förderlich für das Selbstvertrauen der 4:1-Sieg auch war, VfL-Verteidiger Robin Knoche betonte: „Wir wissen, dass noch zwei Spiele zu gehen sind, und können uns nicht für diese Leistung feiern lassen.“ Es brauche in den zwei Duellen mit dem Underdog aus dem hohen Norden erneut die „Emotionen und das Feuer“ vom Köln-Spiel. Knoche, der wie schon am letzten Spieltag der Vorsaison in Hamburg per Kopfball getroffen hatte („Der letzte Tag liegt mir irgendwo...“), hatte nach seinem 3:1 ein Herzchen in Richtung Tribüne geschickt. „Hinter uns liegen Scheiß-Wochen – die Familien haben uns immer den Rücken freigehalten.“ Das erste kleine Stückchen haben die VfL-Profis zurückgegeben. Gegen Kiel soll nun Teil zwei folgen.

Kennst du Kiel? Renato Steffen (l.) und Divock Origi betreten ab Donnerstag in der Relegation Neuland. Sie müssen sich bei den Teamkollegen wohl noch einige Infos einholen.

Wohl gemerkt: Dann geht es entgegen des Irrglaubens von Wolfsburgs Stürmer-Leihgabe Divock Origi („Wir wollen die sechs Punkte holen“) nicht mehr um Zähler für die Tabelle. Sondern nur ums nackte Überleben...

Von Ingo Barrenscheen

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