Fußball – Bundesliga: Wie Wolfsburgs Interimstrainer Valérien Ismael die VfL-Stars aus ihrer Lethargie reißt

Werden aus den Schäfchen wieder Wölfe?

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Neuer Trainer, neue Position, neues Glück? Linksverteidiger Ricardo Rodriguez (rechts) könnte unter Wolfsburgs Interimscoach Valérien Ismael, wie bereits im Training unter der Woche, in die Abwehr-Zentrale rücken.

Wolfsburg/Darmstadt. Schafft der Interimstrainer den Turnaround? Schon Spiel eins nach Dieter Hecking könnte für den Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg richtungsweisend werden.

Beim Eliteklassen-Debüt von Übergangscoach Valérien Ismael müssen die Wölfe am heutigen Sonnabend (15. 30 Uhr) zum SV Darmstadt 98 reisen. Ein Sieg am Böllenfalltor wäre wichtig für das Selbstbewusstsein und für das Punktekonto. Bei einer Niederlage würden die Europapokalplätze für den VfL schon nach acht Spieltagen in weite Ferne rücken.

Eins wurde schon unter Woche im Training deutlich: Die Lethargie der letzten Wochen und Monate scheint Ismael durchbrochen zu haben. „Wir arbeiten sehr konzentriert. Man sieht, es ist Feuer drin“, meint Wolfsburgs Kapitän Diego Benaglio. Während die Spieler voll des Lobes über ihren neuen Übungsleiter sind, setzt dieser vor allem auf die Lösung der psychischen Blockade bei seinen Schäfchen, die möglichst schnell wieder zu bissigen Wölfen werden sollen. „Jeder Spieler ist willig, es besser zu machen“, so Ismael bei der gestrigen Pressekonferenz.

Auch taktisch scheint der Franzose eingefahrene Strukturen aufbrechen zu wollen. So probierte er den etatmäßigen Linksverteidiger Ricardo Rodriguez im Training in der Abwehrzentrale aus. Diese Variante scheint durchaus schon eine Option für Darmstadt zu sein, obwohl mit dem erkrankten Jannes Horn ein möglicher Ersatz auf links fehlen wird. Die zweite Veränderung deutet sich auf der Zehn an. Nationalspieler Julian Draxler soll unter Ismael auf seiner Lieblingsposition auflaufen dürfen. „Julian ist überall einsetzbar, aber ich sehe ihn als zentralen Spieler“, sagt der Interimscoach. Alles beim Alten bleibt dagegen auf der Torwart-Position. Trotz des Sehnenanrisses beim Belgier hat sich Ismael auch für das Gastspiel bei den Lilien für Koen Casteels entschieden.

Mit dieser Situation lernte Konkurrent Benaglio im Saisonverlauf bereits gut umzugehen. Obwohl beim VfL nun so etwas wie Aufbruchstimmung herrscht, ist sich der Leitwolf sicher, dass die Partie in Hessen kein Selbstläufer wird: „Darmstadt ist eine Mannschaft, die gerade zu Hause sehr, sehr laufstark und sehr kampfbereit ist. Das könnte ein richtiger Fight werden.“ In absehbarer Zeit kann Wolfsburg bei solchen Fights auch wieder auf Josuha Guilavogui zählen. Der Franzose darf nach seinem Halswirbelbruch wieder Teile des Teamtrainings absolvieren.

Von Andreas Arens

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