Fußball – Bundesliga: Biedere Wölfe treten nach 1:1 in Düsseldorf auf der Stelle

Weghorst ist nicht genug für Spitze

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Frustrierter Torjäger: Wolfsburgs Wout Weghorst war mit dem 1:1 am Ende überhaupt nicht zufrieden.

Düsseldorf – Er hat es wieder getan. Doch dieses Mal reichte es nur zu einem mageren Zähler.

Düsseldorf-Schreck Wout Weghorst traf zwar gestern Abend erneut gegen seinen persönlichen Lieblingsgegner Fortuna, musste sich aber mit dem VfL Wolfsburg im Eröffnungsspiel des vierten Spieltages in der Fußball-Bundesliga zum zweiten Mal in Folge mit einem 1:1-Remis begnügen. Damit verpassten die Grün-Weißen erstmals nach acht Jahren wieder den (vorübergehenden) Sprung an die Tabellenspitze.

Augen zu und durch... So hätte das Motto lauten können. Denn Fortuna Düsseldorf (r. Dawid Kownacki) und Wolfsburg (Robin Knoche) zeigten wenig Berauschendes.

So manch ein Wolfsburger mag zwischenzeitlich durchaus abergläubisch geworden sein. Freitag, der 13. – und die Gäste suchte direkt das Pech heim. Respektive die Fortuna stand mit ihrer namensgebenden Göttin im Bunde. Denn der Düsseldorfer Führungstreffer durch Niko Gießelmann, so schön der Hammer unters Tordach auch war, hätte nicht zählen dürfen. Zuvor hatte der Ball, in den Fernsehbildern klar ersichtlich, bereits die Seitenauslinie in vollem Umfang überschritten, doch der Videoschiedsrichter griff nicht ein, Referee Manuel Gräfe gab den Treffer.

Allzu lange hielt sich der VfL nicht mit Frustschieben auf. Torjäger Weghorst maximierte einmal mehr seine sagenhafte Quote mit dem Ausgleich nach feiner Vorarbeit von Josip Brekalo (29.). Der Niederländer hatte in der Vorsaison in zwei Spielen gegen die Fortuna bereits viermal zugelangt. Für den Angreifer, den Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel vorab als „Fixpunkt“ im Wolfsburger Spiel deklariert hatte, war es das vierte Saisontor, der achte Treffer im saisonübergreifend achten Ligaspiel und in Summe die 20. Torbeteiligung in 2019!

Wolfsburg bleibt als Zweiter mit nun acht Punkten aus vier Spielen weiterhin ungeschlagen, überzeugte vor 36 758 Zuschauern spielerisch aber nach wie vor nicht unter Neucoach Oliver Glasner.

Dennoch hätte gut und gerne mehr herausspringen können, wenn nicht sogar müssen im Rheinland trotz einer weitestgehend biederen Vorstellung. Der Europa League-Teilnehmer, der am kommenden Donnerstag sein internationales Comeback gegen den ukrainischen Club PFK Olexandrija feiert, dominierte die erste Hälfte weitestgehend. Daher fiel die Zwischenbilanz von Manager Jörg Schmadtke zur Pause auch eindeutig aus: „Insgesamt sind wir die deutlich bessere Mannschaft, die schon führen müsste. Das 1:1 ist schmeichelhaft.“

Allerdings verflachte das Geschehen in der zweiten Hälfte. Beide Teams versuchten zwar, nach Ballgewinnen umzuschalten, doch die extrem hohe Fehlerquote bei den Abspielen ließ die Angriffe hüben wie drüben meist im Ansatz versanden. Mittelfeld-Geplänkel pur. Und diese gähnende Leere auf dem Platz zog sich bis zum Schlusspfiff hin, wenngleich die Wölfe durch den eingewechselten Felix Klaus fast doch noch für Glücksgefühle am Freitag, den 13., gesorgt hätten.

VON INGO BARRENSCHEEN

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