Der Wankelmut wird bestraft

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Kopf runter... Der VfL Wolfsburg (M. Ivica Olic) war nach dem mageren 2:2-Unentschieden gegen den SC Freiburg enttäuscht. Denn für die Wölfe bedeutete das Ergebnis zumindest Stillstand im Kampf um Platz vier.

dpa/ib Wolfsburg. Doppelt hält nicht immer besser. Zweimal hatte Ivan Perisic den VfL Wolfsburg im Heimspiel gegen den SC Freiburg in Führung geschossen. Doch das langte für wankelmütige Wölfe am Ende nur zu einem enttäuschenden 2:2 (1:0) gegen die Spielverderber aus dem Breisgau. Womöglich ein Rückschritt, zumindest aber Stillstand im Kampf um die Champions League-Qualifikation. Da am Samstagabend Bayer Leverkusen dasselbe Ergebnis erzielte, verharrt Grün-Weiß auf Platz fünf in der Bundesliga.

Zum Feiern war so in der VW-Arena keinem zumute. Die Freiburger hielten sich mit Ju- belarien trotz des goldenen Punktgewinns noch zumindest bis zum Sonntags-Spiel des Hamburger SV zurück. „Wir können ja rechnen“, verwies Kapitän Julian Schuster auf den zu diesem Zeitpunkt nicht hundertprozentigen Klassenerhalt.

Dennoch durften die SC-Profis nach den Toren von Admir Mehmedi (61.) und Marco Terrazzino (83.) zufrieden sein. Anders als der VfL, dem das Unentschieden bei prachtvollem Wetter die Laune verhagelte. Kevin de Bruyne hätte den Nachmittag in der Nachspielzeit noch retten können, traf aber nur den Pfosten. Es wäre das Tor zu Platz vier gewesen, wie sich Stunden später herausstellte. Was aber nicht unbedingt verdient gewesen wäre, räumte Wolfsburgs Coach Dieter Hecking ein. „Es war ein gerechtes Resultat.“

Weil seine Schützlinge lediglich in der Anfangsphase stark aufspielten. Ab Mitte der ersten Halbzeit jedoch geriet der VfL-Motor arg ins Stottern, phasenweise wirkten die Platzherren zu lethargisch. Zudem machten sie aus ihrer anfänglichen Überlegenheit zu wenig. „Wir hätten das Ding klar machen müssen“, kritisierte Manager Klaus Allofs. Auch Hecking murrte: „Wenn wir es ein bisschen zwingender hätten gestalten können, wäre die Partie vielleicht schon nach 20 Minuten gelaufen gewesen.“

War sie aber nun einmal nicht. Der frühe Treffer von Perisic – der kroatische Nationalspieler verlängerte eine Freistoßflanke von Ricardo Rodriguez mit dem Kopf ins Netz – beflügelte den Europacup-Teilnehmer nur kurzweilig. Ein erster Freiburger Warnschuss von Vladimir Darida klatschte an die Latte (42.).

In der zweiten Hälfte pfiffen indes immer mehr Zuschauer und ärgerten sich über die Nachlässigkeiten. Die bestrafte Mehmedi mit dem Ausgleich. Bei dem erst Christian Träsch und dann Keeper Max Grün ganz schlecht aussahen. Für ein kurzes Stimmungshoch sorgte zwischenzeitlich Perisics zweiter Treffer, der einen energischen Flankenlauf von Träsch vollendete (70.). Fast im Gegenzug handelten sich die Wölfe das 2:2 ein. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Träsch wandelte weiter zwischen Genie und Wahnsinn und hatte gegen Joker Terrazzino erneut das Nachsehen.

Hecking ärgerte sich maßlos über den zweiten Gegentreffer. „Das darf nicht passieren.“ Ganz anders sah die Gefühlswelt bei seinem Freiburger Kollegen Christian Streich aus: „Ich bin ein bisschen stolz auf das, was bei uns in den letzten Monaten passiert ist.“ Mit 22 Punkten in der Rückrunde haben die Badener sich ein weiteres Jahr im Oberhaus verschafft. Und dem VfL womöglich richtig wehgetan.

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