Fußball – Bundesliga: Köln fährt gegen Wolfsburg den ersten Saisonsieg ein, weil die Wölfe wieder zu harmlos sind

VfL wacht zu spät auf und verliert

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Yannick Gerhardt (rechts) rutschte gegen „seinen“ 1. FC Köln (Birk Risa) von der rechten offensiven Außenbahn auf die Sechs und machte seine Sache ordentlich.

dpa/ct Köln. Der VfL Wolfsburg hat seinen Hinrunden-Abschluss gehörig vermasselt. Ausgerechnet gegen den bisher sieglosen 1. FC Köln verloren die Wölfe zum zweiten Mal unter Trainer Martin Schmidt.

Beim 1:0 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg gelang den Rheinländern am letzten Hinrundenspieltag der erste Bundesligasieg der Saison. Mit seinem Treffer in der 67. Minute verhinderte Christian Clemens zudem einen unrühmlichen Rekord im deutschen Fußball.

Tasmania 1900 Berlin bleibt mit vier Zählern in der Spielzeit 1965/66, umgerechnet auf die heutige Drei-Punkte-Regel, das schlechteste Erstligateam einer ersten Halbsaison. Der FC hat nach dem ersten Erfolg unter Peter Stögers Interims-Nachfolger Stefan Ruthenbeck jetzt sechs Zähler; Wolfsburg bleibt bei 19.

Beim FC gaben mangels Personal zwei 19-Jährige aus der U21 vor den nur 41 100 Zuschauern ihr Startelfdebüt: Chris Führich im Mittelfeld und der Norweger Birk Risa im Angriff neben Lukas Klünter. Mutig sollten sie sein, hatte Ruthenbeck im Vorfeld der Begegnung gefordert – wohl auch mit Bezug auf die gesamte Mannschaft, die kämpferisch einen guten Eindruck hinterließ. Martin Schmidt dagegen musste auf die angeschlagenen John-Anthony Brooks und Felix Uduokhai in der Innenverteidigung verzichten und verhalf Jeffrey Bruma so zu seinem Startelf-Comeback. Maximilian Arnold musste kurzfristig wegen anhaltender Übelkeit absagen, sodass Yannick Gerhardt auf der Sechs spielte und Divock Origi reinrotierte.

So richtig mutig wurde der FC indes erst nach gut einer halben Stunde: Klünter fasste sich in der 34. Minute ein Herz, rannte rechts allein auf das VfL-Gehäuse zu und wurde von Keeper Koen Casteels zweimal gestoppt. Kurz danach hatten erneut der überzeugende Klünter und Frederik Sörensen gleich zwei sehr gute Möglichkeiten, die gegen teilweise erneut lässig wirkende und im Offensivspiel zu ideenlose Wolfsburger aber nichts einbrachten.

Der FC kam noch energischer aus der Kabine, wollte den ersten Ligasieg mit aller Macht. Milos Jojic, einer der Besten im Ruthenbeck-Team, schlenzte den Ball an die Latte (49.). Nun musste der VfL intensiv aufpassen, um nicht einen Gegentreffer zu kassieren.

Der fiel in der 67. Minute, als der kurz zuvor eingewechselte Clemens eine Jojic-Vorlage an Casteels vorbei mit seinem ersten Saisontreffer ins Netz schoss. Letztmals war ihm am 8. April beim 2:3 gegen Mönchengladbach ein Bundesligator gelungen.

Nach dem Rückstand wurden die lange enttäuschenden Niedersachsen offensiver: FC-Torhüter Timo Horn bewahrte seine Mannschaft gegen Bruma (78.) mit einer Glanzparade vor dem 1:1. In der turbulenten Schlussphase schien der Ausgleich möglich, doch die Kölner wehrten sich erfolgreich gegen alle VfL-Versuche und durften am Ende jubeln.

Wie schon in den Spielen zuvor, wirkte der VfL über 90 Minuten gesehen zu harmlos, was wohl auch daran lag, dass Mario Gomez weiter unter seiner Form blieb.

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