Vulkan Hoeneß kurz vor Ausbruch

Diego traf und trat. Wieder zeigte der VfL-Spielmacher (r.) seine zwei Seiten. Erst ein Tor, dann ein (leichtes) Nachtreten.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. In Dieter Hoeneß brodelte es gewaltig. Wolfsburgs Manager-Vulkan musste nach der Leverkusen-Schmach an sich halten, um nicht Gift und Galle zu spucken. "Mein Hals ist zu dick, als dass ich das Spiel analysieren könnte.

Ich muss mich richtig zusammennehmen, um nicht auszurasten", zischte der VfL-Macher mit Zornesröte im Gesicht, die man sonst eher von seinem Bayern-Bruder Uli kennt. Erst das Mainz-Desaster, nun die Leverkusen-Doublette. Am liebsten hätte der Millionen-Jongleur seine VfL-Versager zusammengefaltet wie einen Pappkarton. In abgeschwächter Form tat Hoeneß das auch. Dass Wolfsburg in einem Zehn-Minuten-Blackout das mühsam erarbeitete Werk wie ein Kartenhaus zusammenfallen ließ, wollte einfach nicht in seinen Kopf. "Da bin ich stinksauer drüber. Das kann nicht sein", wetterte Hoeneß. Seinen Groll leitete er im Fernsehen-Interview in andere Kanäle, wehrte sich vehement gegen die Tätlichkeits-Vorwürfe gegen Diego, der gegen Arturo Vidal leicht nachgetreten hatte. Dem Leverkusener warf er "pure Provokation" vor. Und Schauspiel-Talent. "Er springt richtig ab. Dadurch bekommt das so eine spektakuläre Note", wetterte Hoeneß. In Wirklichkeit wurmte ihn aber die Weihnachtsmann-Manier, in der die Wölfe wieder Punkte verschenkten. "Selbst wenn das 2:1 unnötig fällt. So etwas muss ich nach Hause fahren. Wenn ich mir angucke, wo wir stehen könnten, muss ich mich zusammennehmen", raunzte der Manager. Klingt so, als steht den VfL-Profis eine ungemütliche Woche bevor.

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