Vorstadt degradiert VfL zu Derby-Deppen

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Hochmut kommt vor dem Fall: Die Vorstädter aus Braunschweig (Marco Caligiuri/r.) stürzten die Wölfe um Spielmacher Diego in eine Derby-Depression.

Wolfsburg - Von Matthias Jansen. Verein und Stadt sollten sie stolz machen. Nach 90 ernüchternden Minuten blieb für Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg nur Hohn und Spott. Der von den Wölfe-Fans als „Fußballvorstadt“ verniedlichte Aufsteiger Eintracht Braunschweig setzte bei seinem „Schnupperkurs Bundesliga“ ausgerechnet vor 30 000 Zuschauern in der VW-Arena mit dem 2:0 (1:0)-Derbyerfolg seine erste Duftmarke.

Die zuvor sieglosen Löwen setzten sich dank der Tore von Karim Bellarabi (31.) und Domi Kumbela (86.) durch, machten die Grün-Weißen endgültig zu den Derby-Deppen. Schon im ersten Niedersachsen-Duell in der Landeshauptstadt Hannover hatte Wolfsburg beim 0:2 kleinbeigeben müssen. „Wir haben ein Spiel verloren, das wir nicht verlieren dürfen“, fand Wolfsburgs Manager Klaus Allofs klare Worte.

Und nicht verlieren mussten! Denn in den ersten 25 Minuten zeigten die Wölfe, dass sie verstanden hatte, wie wichtig die Partie für ihre Fans war. Die Gäste aus Braunschweig, die in die Phase den Nachweis der Bundesliga-Tauglichkeit schuldig blieben, wurden in der eigenen Hälfte eingeschnürt. „Wir haben das ganz gut gemacht“, meinte auch Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking.

Einzig die Konsequenz fehlte im Wolfsburger Spiel. Mehr als Halbchancen durch Ivica Olic (8./22.), Marcel Schäfer (20.) – vor dem Spiel für sein 200. Bundesliga-Spiel im VfL-Trikot geehrt – und Naldo (20.) sprangen nicht heraus. „Wir sind nicht durchgekommen und dann unruhiger geworden“, kritisierte Hecking sein Team. Fehler schlichen sich ein, die Braunschweig nutzte. In der 31. Minute filettierte Orhan Ademi mit einem Steilpass die Wolfsburger Abwehr, Mirko Boland legte quer zu Bellarabi und der Außenseiter führte.

„Das hat uns den Glauben gegeben, etwas erreichen zu können“, strahlte BTSV-Trainer Torsten Lieberknecht, dessen Riege „sich mit allen Mitteln“ wehrte. Und das waren Kampf- und Laufbereitschaft.

Und diese grundlegenden Tugenden genügten, um Wolfsburg zu schlagen. Von den Wölfen kam in der Offensive in den folgenden 60 Minuten – außer eines missratenen Kopfballs von Joker Stefan Kutschke (79.) – nichts mehr. „Wir waren sehr einfach zu verteidigen, haben den Dosenöffner nicht gefunden“, gestand Hecking nach dem ideenlosen, hektischen Bemühen seiner Mannschaft ein.

Der Konter zum 0:2 durch den eingewechselten Kumbela (86.) sei nur eine „logische Folge“ gewesen und Wolfsburg hätte „auch schon früher abgestraft“ werden müssen. Aber Ademi (57./69.), Bellarabi (58.) und Kumbela (85.) verpassten das 2:0. Für Allofs und die VfL-Deppen ein „dummer Moment“ für eine Niederlage.

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