Fußball – Bundesliga: VfL Wolfsburg startet in Leipzig das Unternehmen Europa

Vorhang auf für „heiße Endphase“

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Können sie den Höhenflug von Leipzig (l. Marcel Sabitzer) stoppen? Wolfsburgs Spieler (Jerome Roussillon) schielen selbst auf den Europapokal.

Wolfsburg – Bruno Labbadia spricht von einer „heißen Endphase“, in die die Fußball-Bundesliga eintaucht. Und dabei ist sein Noch-Arbeitgeber VfL Wolfsburg mehr als nur Statist. „Eine schöne Geschichte, dass wir voll dabei sind.

Das ist ein extrem positiver Druck, gerade in Anbetracht der Vergangenheit, wo wir herkommen. “ Abstiegskampf war einmal, nun träumen die Wölfe von Europa. Beginnend mit dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig am morgigen Samstag (15.30 Uhr) wartet allerdings ein April-Restprogramm, das es gewaltig in sich hat.

Erst die Roten Bullen aus Sachsen, dann Eintracht Frankfurt, dann Hoffenheim. Drei Teams, die selbst um die internationalen Ränge buhlen und gerade allesamt einen Lauf haben (die Nummer zwei, drei und sechs der Rückrunden-Tabelle). Die erste Herkules-Aufgabe Leipzig sieht Labbadia klar auf „Champions League-Kurs“. Auch dank der Trüffel-Nase Ralf Rangnick, der es wie kaum ein Zweiter verstehen würde, exakt die richtigen Spieler für seine Vorstellungen zu verpflichten, schätzt Labbadia die Arbeit des „extremen Fachmanns“.

Allerdings: Gegen keinen anderen aktuellen Bundesliga-Coach hat Rangnick einen schlechteren Punkteschnitt als gegen Labbadia! „Verwunderlich bei Ralfs guter Bilanz in der Liga“, staunt Wolfsburgs Übungsleiter. Es sei eine „schöne Randnotiz“. Mehr aber auch nicht. „Kaufen können wir uns dafür nichts“, wiegelt der VfL-Reformator ab. Es muss schon wieder vielen passen bei den Grün-Weißen, um wie im Hinspiel (1:0) drei wertvolle Punkte aus Leipzig zu entführen. Nicht so wie im Februar diesen Jahres, als die Wölfe an gleicher Stelle im Pokal-Achtelfinale (0:1) ausschieden. „Da haben wir die Stärken von Leipzig aufkommen lassen. Wir wissen aber auch, dass wir sehr viele Mannschaften auswärts vor Problemen stellen können“, unterstreicht Labbadia.

Übrigens: Das goldene Tor im Hinspiel erzielte Jerome Roussillon. Wolfsburgs Linksverteidiger, um den Wechselgerüchte zu Borussia Dortmund aufgekeimt sind. Letztlich nicht mehr Labbadias Baustelle, da er im Sommer geht. Verwundert ist er über ein potenzielles Interesse am Franzosen allerdings nicht. „Bei ihm schlummert noch ganz viel Potenzial, da geht noch einiges mehr.“ Dass er abseits des Rasens eher gemächlich daherkommt, sei trügerisch. Der VfL-Coach witzelte: „Wenn man nicht wüsste, wie er explodieren kann, könnte man denken, er könnte auf dem Platz kurz mal einschlafen... Aber das ist eine wahnsinnige Waffe, wie er explodieren kann.“

Die vielen VfL-Fans, die die Mannschaft nach Leipzig begleitet, wünschen sich derweil, dass auch sie auf der Tribüne vor Freude explodieren können. Labbadia bekräftigt mit Blick auf die Europapokal-Plätze: „Wir wollen bis zum Schluss dabei sein und, wenn wir die Möglichkeit haben, auch zugreifen.“

VON INGO BARRENSCHEEN

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