Vollstrecker-„Schnäppchen“ Helmes

So wollen ihn künftig auch die Wolfsburger Fans sehen: Patrick Helmes kommt aus Leverkusen zum VfL.

Wolfsburg - Von Ingo Barrenscheen. Von einer Werkself zur anderen: Erstmals in seiner Profi-Laufbahn verlässt Patrick Helmes das ihm ach so vertraute Rhein-Ufer und kickt künftig einen Steinwurf von der Aller entfernt. Der 13-fache deutsche A-Nationalstürmer von Bayer Leverkusen ist ohne Frage die wertvollste Neuverpflichtung beim Wolfsburger Last-Minute-Großeinkauf.

„Ich bin froh, hier zu sein“, verkündete Helmes (26) am Nachmittag nach geglücktem Medizincheck im Wolfsburger Klinikum. Die Freude beruht auf absoluter Gegenseitigkeit: „Patrick ist im besten Fußballalter und bringt das mit, was ein Stürmer braucht: Er ist ein Vollstrecker mit außergewöhnlicher Schusstechnik. Mit ihm vergrößern wir unsere taktischen Optionen im Angriffsspiel“, rieb sich VfL-Manager Dieter Hoeneß nach dem Transfer-Coup (Vertrag bis zum 30. Juni 2014) vergnügt die Hände. Stimmen die kolportierten Zahlen, ist ihm bei seiner Shopping-Tour mit Helmes obendrein ein echtes Schnäppchen in die Einkaufstüte gegangen: Fünf Millionen Euro Ablöse soll der Kölsche Jung laut dpa zunächst kosten.

Helmes erhält bei den Wölfen das Trikot mit der Ziffer 33. Exakt ein Tor weniger hat er in seinen 70 Bundesliga-Spielen für den 1. FC Köln und Leverkusen erzielt. Allein in seiner Debüt-Saison für den aktuellen Tabellenzweiten schlug er 21 Mal zu. Keine schlechte Quote! Womöglich hätte er noch länger unter dem Bayer-Kreuz gespielt, hätte es nicht im Sommer 2009 einen verhängnisvollen Freizeit-Kick mit Freunden gegeben. Damals zog sich der Erbe von Edin Dzeko einen Kreuzbandriss zu und verlor seinen Stammplatz an Eren Derdiyok. Am vergangenen Spieltag setzte ihn Trainer Jupp Heynckes wegen der Wechsel-Gerüchte sogar auf die Tribüne. Das schürte noch mehr Unmut. Allein deshalb ist Helmes heilfroh über die neue Herausforderung in Wolfsburg. Vielleicht auch das Sprungbrett zurück zu Jogi Löw.

Leverkusen hätte ihn gern behalten, legte aber keine Steine in den Weg. „Patrick ist ein Klassestürmer, den wir aus eigenem Antrieb sicherlich nicht abgegeben hätten“, erklärte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. „Allerdings beurteilte er selbst seine Entwicklungsmöglichkeiten in Leverkusen auf lange Sicht weniger gut als wir. Deshalb haben wir dem ausdrücklichen Wunsch des Spielers entsprochen, den Verein zu verlassen.“

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