VfL-Trauma hält nach Traumtor an

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Der Fallrückzieher von Eren Derdiyok: Für Leverkusen ein Traum, für Wolfsburg ein Trauma.

dpa/am Leverkusen. In der ewigen Trainertabelle liegt Felix Magath seit Sonnabend auf Platz sechs. Regionen, in denen sich der Trainer auch mit dem VfL Wolfsburg in der laufenden Saison bewegen wollte, davon aber seit dem 1:3 bei Bayer Leverkusen weit entfernt ist.

„Bayer ist eine Spitzenmannschaft, da kann man auch verlieren“, meinte der VfL-Chefcoach nach der 15. sieglosen Partie am Rhein. Allerdings schränkte er ein: „Dennoch ist es enttäuschend, wie wir hier aufgetreten sind.“ Die Tore für Bayer 04 erzielten vor 28 195 Zuschauern Gonzalo Castro (14. Minute), Eren Derdiyok (65.) mit einem tollen Fallrückzieher und Stefan Kießling (85.), während Mario Mandzukic (59.) das zwischenzeitliche 1:1 nach einer Vorlage von Marcel Schäfer von der Grundlinie gelang.

Der Sieg hätte auch höher ausfallen können, wenn nicht Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio Schlimmeres verhindert hätte. Ausgerechnet sein Landsmann Derdiyok brachte die Leverkusener mit einem Treffer der Marke Traumtor auf die Siegerstraße. „So ein Tor macht man nicht alle Tage“, freute sich Derdiyok. Selbst Magath zollte Anerkennung. „So ein Tor sieht man nur alle zehn Jahre. Das hat uns Moral gekostet.“

Grund zur Freude hatte der in den letzten Monaten viel gescholtene Michael Ballack, der sein 100. Bundesliga-Spiel für Bayer 04 bestritt. Der 35-jährige frühere Nationalmannschaftskapitän kämpfte, dirigierte, schlug lange Pässe und bewies endlich wieder seine Torgefährlichkeit: In der 38. Minute traf er den Pfosten, sechs Minuten später parierte Benaglio einen Schuss Ballacks nur mit Mühe.

Nicht in der Startelf waren der formschwache Renato Augusto, den Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser zuletzt als „Alibi-Fußballer“ kritisiert hatte, und Kapitän Simon Rolfes. Dass Castro nach seinem Tor demonstrativ zu dem Brasilianer lief, war eine Geste der Solidarität. „Wir wissen, dass er kein Samba-Fußballer ist“, sagte Derdiyok.

An Torchancen mangelte es den Gastgebern nicht – allein, sie nutzten sie nicht. „Wir hätten 4:1 oder auch 5:1 gewinnen können“, meinte Bayer-Trainer Robin Dutt, der vor allem die gute Leistung in der ersten Halbzeit lobte: „Da ist der Ball flüssig gelaufen.“

Was man von den Wolfsburger nicht behaupten konnte. „Enttäuschend waren für mich die ersten 45 Minuten. Bayer hat druckvoll und aggressiv begonnen, wir haben aber nicht dagegengehalten, sondern uns diesem Druck gebeugt“, meinte Magath, der erstmals den Betzhorner Bjarne Thoelke ins Aufgebot berufen hatte. Dieser durfte als Ersatzspieler ein wenig Bundesliga-Atmosphäre schnuppern. Weil Marco Russ die fünfte gelbe Karte erhielt und in zwei Wochen gegen Nürnberg gesperrt ist, wird er weiterhin eine Alternative bleiben. Zumal auch der Grieche Sotirios Kyrgiakos noch rotgesperrt ist.

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