VfL-Sieg – aber kein Schönheitspreis

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Seltenes Glücksgefühl: Josué (M.) traf für den VfL und wurde von Grafite, Cicero und Andrea Barzagli geherzt.

dpa/am Hamburg. Glanzloses Weiterkommen: Der kriselnde VfL Wolfsburg ist erfolgreich in seine "Woche der Wahrheit" gestartet, ohne dabei zu überzeugen. In der 2. Runde des DFB-Pokals beim Fünftligisten SC Victoria Hamburg setzten sich die Wölfe am Dienstag erst nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mit 3:1 (1:0) durch und erreichten zwar sicher, aber völlig unspektakulär das Achtelfinale.

Vor 8370 Zuschauern im Millerntor-Stadion des FC St. Pauli, in das Oberligist "Vicky" ausgewichen war, erzielten Peter Pekarik (17. Minute), Josué (52.) und Marcel Schäfer (55.) die Tore für den Bundesliga-13. Dessen unter Druck geratener Coach Steve McClaren hatte von seinen zuletzt schwächelnden Akteuren Siege im Pokalspiel und am Sonnabend in der Liga gegen Stuttgart gefordert. Für Victoria schaffte Stephan Rahn (71.) den verdienten Ehrentreffer. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Es ging hier nicht um den Schönheitspreis. In der ersten Halbzeit haben wir zu viel durch die Mitte gespielt", sagte VfL-Manager Dieter Hoeneß, "entscheidend ist, dass wir in diesem wichtigen Wettbewerb weiter dabei sind." Die auf vier Positionen umgestellte Startelf der Wölfe, in der Edin Dzeko und Simon Kjaer wegen Adduktorenblessuren fehlten, tat sich gegen die sich nach Kräften wehrenden Hanseaten lange schwer. Diese gaben durch Sven Trimborn (10.) den ersten Warnschuss ab. Auch als der weit aufgerückte und völlig frei stehende Rechtsverteidiger Pekarik per Kopf zur VfL-Führung getroffen hatte, stellte sich die Souveränität beim hohen Favoriten nicht ein. Zu ungenau, zu pomadig waren dessen Aktionen. Auch der bei jeder Aktion ausgepfiffene Spielmacher Diego ließ den Glanz vermissen. "Wir wussten vorher, dass uns ein hartes Stück Arbeit erwartet. Auch solche Gegner muss man erst mal zu Boden kämpfen", sagte Sascha Riether. Nach einer vermutlich deftigen Halbzeitansprache von McClaren machten die Gäste nach dem Wechsel ernst. Mit einem Doppelschlag war binnen drei Minuten die Entscheidung zugunsten der Wolfsburg gefallen. Danach fielen sie wieder in den alten Trott und kassierten das 1:3. VfL-Trainer Steve McClaren nahm das Weiterkommen nüchtern zur Kenntnis. "Einstellung der Mannschaft hat gestimmt. Letztendlich haben die Spieler gemacht, was sie sollten, nämlich gewinnen. Das war heute sehr wichtig für uns. In den Köpfen sind wir schon beim Heimspiel gegen Stuttgart." Hoeneß war aber mit seinen Gedanken in der Bundeshauptstadt. "Ich würde mich freuen, wenn wir möglichst weit kommen würden im Pokal. Berlin ist nicht weit von Wolfsburg entfernt."

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