VfL-Profis beim Rapport: 250 Anhänger geigen Wölfen die Meinung

Die VfL-Spieler und Trainer Felix Magath stellten sich den Fans und diskutierten mit ihnen im Fanhaus 90 Minuten über die Krise.

am Wolfsburg. 90 Minuten lang wurde Tacheles geredet, aber auch Mut zugesprochen. Die Spieler des VfL Wolfsburg mussten gestern Abend im Fanhaus zum Rapport bei den Fans antreten.

Die gesamte Profimannschaft inklusive Cheftrainer Felix Magath und Betreuerstab stellte sich den 250 besorgten und teils angefressenen Fans. Die Anhänger appellierten an die Einstellung der Mannschaft und verlasen einen Brief mit Botschaften wie „Der VfL liegt uns am Herzen“, „Wir erwarten ein klares Signal von der Mannschaft“, „Ärmel hochkrempeln“ oder „Es ist genug geredet, entscheidend ist auf dem Platz“.

Magath, der grünes Licht für diese Aktion gegeben hatte, brachte Verständnis für die kochende, grün-weiße Fußball-Seele auf. „Dieser Austausch ist wichtig, um die Sorgen der Fans wahrzunehmen und Verständnis für ihre Kritik zu bekommen. Uns ist klar, dass wir mehr Einsatz zeigen müssen als zuletzt.“ Trotzdem hofft er weiterhin auf den bedingungslosen Rückhalt der Anhänger, die das Team nach dem 2:2 gegen St. Pauli teils gnadenlos ausgepfiffen hatten. „Wir sitzen alle in einem Boot und können nur gemeinsam ans rettende Ufer rudern. Deswegen müssen wir alle an einem Strang ziehen.“

Trotz aller Kritik und deutlicher Worte kann die Mannschaft in den verbleibenden vier Spielen auf die Fans setzen. „Wir werden nicht absteigen“-Rufe wurden immer wieder laut. Aufmunterung, die auch Mannschaftskapitän Marcel Schäfer imponierte. „Der Anlass für unser Treffen ist alles anderes als erfreulich. Wir beschäftigen uns intensiv mit der Situation. Dennoch können wir nur eine Reaktion im Spiel zeigen. Diese habt ihr verdient, weil ihr uns die ganze Saison sensationell unterstützt. Wir identifizieren uns mit dem Verein und werden alles für den VfL tun“, versprach Schäfer.

Weitere Spieler wie Josué, Simon Kjaer, Sascha Riether, Torwart Diego Benaglio oder Stürmer Grafite ergriffen ebenfalls das Wort. Auch sie beteuerten, alles für den Verein zu geben. Der VfL-Fanbeauftragte Michael Schrader sprach hinterher von einem gelungenen Meinungsaustausch. „Ich denke, die Fans konnten ihre Sorgen und Ängste deutlich machen. Das war eine gute Veranstaltung.“ Sein Dank galt speziell Magath, bei dem die Fans „mit ihrem Anliegen für diesen offenen Dialog sofort auf Zustimmung stießen“.

Und der Coach versteht die Ängste, will aber ab sofort von seinen in der Kritik stehenden Spielern nur noch Taten sehen. „Uns ist klar geworden, wie sehr die Fans um ihren Verein bangen. Alle Beteiligten wissen, dass nun genug geredet wurde und wir uns jetzt auf die Spiele fokussieren müssen. Sonntag wollen wir gegen den 1. FC Köln den ersten Sieg, um das Finale einzuleiten und am Ende den Klassenerhalt feiern zu können.“

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