„Verteidigen vergessen“

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Bjarne Thoelke machte gegen Hertha BSC Berlin sein drittes Spiel von Anfang an und kassierte seine erste Niederlage als Profi.

dpa Wolfsburg. Das System Magath klemmt. Was nutzen dem VfL Wolfsburg die Fließband-Tore von Mario Mandzukic, wenn der Werksclub die Abwehrarbeit mangelhaft verrichtet. „Nach vorne haben wir gut gespielt. Aber wir haben vergessen, das eigene Tor zu verteidigen“, haderte VfL-Trainer Felix Magath nach der 2:3 (1:2)-Pleite gegen den forschen Aufsteiger Hertha BSC.

Die Berliner überholten in einer rasanten Partie mit ihrem zweiten Auswärtssieg den Tabellennachbarn und stürzten den ambitionierten VfL in die untere Hälfte. „Von den internationalen Plätzen haben wir uns jetzt entfernt. Wir müssen gucken, dass wir nicht noch mehr nach hinten rutschen“, bilanzierte Magath. Nur 13 Punkte, bereits 20 Gegentore, sechs Niederlagen und 28 eingesetzte Spieler – die Wolfsburger befinden sich nach elf Runden immer noch in der Findungsphase. Als 28. Profi trug erstmals Alexander Hleb das VfL-Trikot. „Er ist noch nicht in top-konditioneller Verfassung. Unserer Offensive tut er aber gut“, urteilte Magath über seinen „Spezi“ aus Stuttgarter Zeiten.

„Kindische Fehler“, registrierte der vom FC Barcelona ausgeliehene Mittelfeldspieler Hleb bei sich und seinen neuen Kollegen. Zweimal glichen die Wolfsburger durch Mandzukic (31.) mit seinem siebten Saisontreffer und Marcel Schäfer (84.) die Berliner Führungen durch Raffael (27.) und Levan Kobiashvili (37./Foulelfmeter) aus. In den Jubel über Schäfers Freistoß-Hammer platzte aber das Siegtor der Gäste durch den starken Pierre-Michel Lasogga (85.), der in seiner Jugend für Wolfsburg gespielt hatte.

„Das haben wir uns verdient. Wir sind an unsere Grenzen gegangen und hatten gute Moral“, sagte der U 21-Nationalspieler. Lasogga bereitete die beiden anderen Treffer vor und entwickelte im Zusammenspiel mit den schnellen Raffael, Adrian Ramos und Nikita Rukavytsya eine in Berliner Heimspielen oft vermisste Offensivpower. „Auswärts spielt unser System uns besser in die Karten“, urteilte Peter Niemeyer. „Wir haben nach dem 2:2 eine Klasse-Reaktion gezeigt. Für alle Fans war etwas dabei“, sagte Christian Lell.

Hertha-Trainer Markus Babbel blieb bescheiden. „Am Ende hatten wir das Quäntchen Glück auf unserer Seite“, sagte der Coach. Sein Team verkraftete zudem den frühen Ausfall von Torhüter Thomas Kraft. Wegen einer Gehirnerschütterung wurde er nach 38 Minuten durch Sascha Burchert ersetzt.

Wolfsburgs Schlussmann Diego Benaglio hatte dagegen Glück, dass er den Schlusspfiff auf dem Platz erleben durfte. Nach seiner Notbremse gegen Lasogga pfiff Schiedsrichter Robert Hartmann den fälligen Elfmeter und zeigte Benaglio nur die Gelbe Karte. „Das war eine Grenzsituation. Die Rote Karte wäre die richtige Entscheidung gewesen“, gab Hartmann nach Ansicht der TV-Bilder ehrlich zu.

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