Der VfL als Verein für Leblosigkeit

Der Wolfsburger Simon Kjaer (l.) war der stärkste VfL-Spieler in Mönchengladbach. Den 1:1-Ausgleich durch Thorben Marx konnte aber auch er nicht verhindern.

Mönchengladbach - Von Ingo Barrenscheen . Lorbeeren verblassen schnell. Erst recht, wenn man sich auf ihnen ausruht. Nach drei Wolfsburger Siegen am Stück wandelte sich der VfL am Sonnabend bei Borussia Mönchengladbach zum Verein für Leblosigkeit und war mit dem 1:1-Remis noch gut bedient.

Die Wölfe konnten am Ende noch von Glück sagen, dass ihnen die pure Passivität nicht gänzlich zum Verhängnis wurde. "Wir dürfen zufrieden sein, dass wir nicht verloren haben", frotzelte VfL-Coach Steve McClaren, der zurecht von einer vertanen Chance sprach. Statt sich in die Spitzengruppe vorzupirschen, irren die Wölfe nun im Niemandsland umher. Auch der Auftritt in Gladbach hatte etwas von einer Odyssee. Viele Bälle ins Nichts oder vor die Füße des Gegners, null Initiative, reiner Reaktions-Fußball. Dass die Wolfsburger überhaupt in die günstige (und äußerst schmeichelhafte) Ausgangslage einer Führung kamen, hatten sie dem ungeahndeten Foul von Diego an Tobias Levels vor Kahlenbergs 1:0 zu verdanken (27.). Damit schienen die Gäste ihre Schuldigkeit offenbar getan zu haben. "Nach dem Tor haben wir zu wenig gemacht und Gladbach mit zu vielen Ballverlusten in die Karten gespielt", erkannte und bemängelte Sascha Riether. Zustimmung von Keeper Diego Benaglio, der in der 67. Minute mit einer Leisten-Verletzung ausgewechselt werden musste. "Wir haben uns zu weit hinten reindrängen lassen." Der VfL bettelte in der zweiten Halbzeit förmlich um den Ausgleich. Und er bekam ihn (65.). Das Aufbäumen? Zaghaft bis nicht vorhanden! Stattdessen suchte die ersatzgeschwächte, aber weitaus leidenschaftlichere Fohlen-Elf die Entscheidung. Immerhin zeigte Wolfsburgs Abwehrzentrum mit dem immer solider werdenden Simon Kjaer und Andrea Barzagli keine Leistungs-Stagnation, so dass das Unentschieden am Ende für den VfL ein gewonnener Punkt war. Wenngleich McClaren und auch Manager Dieter Hoeneß verlorenen Zählern nachweinten. "Wir können nicht zufrieden sein, hatten die Gelegenheit, uns oben festzusetzen", monierte Hoeneß. Stattdessen verharrt der VfL leblos im Nirgendwo.

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