Fußball – Bundesliga: Wölfe erleiden beim 0:1 in Berlin prompten Rückschlag / Hertha-Hochkaräter Kalou nutzt Rodriguez-Schnitzer zum Siegtor

Unfassbar harmlos!

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Stürmer Nicklas Bendter fasst sich an den Kopf – zurecht! Trotz einer klaren Überlegenheit entfachte der VfL Wolfsburg gestern Abend im Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin kaum Torgefahr und musste mit einer 0:1-Pleite die Heimreise antreten.

dpa/ib Berlin. Der VfL Wolfsburg wäre gerne ein Schwergewicht in der Fußball-Bundesliga. Aktuell wirkt der selbsternannte Champions League-Aspirant aber zu oft schwerfällig.

Statt den Leverkusen-Befreiungsschlag wie erhofft zu vergolden, setzte es bei Hertha BSC prompt den Rückschlag. Berlins prominenter Neuzugang Salomon Kalou bescherte dem Hauptstadtclub mit seinem goldenen Tor (35. ) den ersten Bundesliga-Sieg seit 151 Tagen.

2012 gewann Kalou mit dem FC Chelsea noch die Champions-League, gestern Abend erlöste er die alte Dame mit seinem Einstands-Treffer. Dank einer furiosen kämpferischen Leistung holte das Team von Trainer Jos Luhukay den ersten Dreier der neuen Spielzeit. Versteinerte Mienen indes bei den Wölfen, die aus ihrer klaren spielerischen Überlegenheit kein Kapital zogen.

Die Mentalität der Berliner schlug am Ende die Qualität der Wolfsburger – genau das hatte Luhukay gefordert. „Wir haben alles in die Waagschale gelegt mit unglaublich viel Herz. Es war ein hartes Stück Arbeit“, bekannte der erleichterte Hertha-Coach und lobte: „Wir waren heute in vielen Momenten sehr konsequent.“

Am 26. April gegen Braunschweig (2:0) hatte das Berliner Publikum zuvor letztmals über einen Heimsieg ihrer Elf jubeln dürfen. Es war zugleich der letzte Sieg in der Bundesliga für die Herthaner gewesen. Der VfL konnten den Schwung vom Sonntag-Sieg nicht mitnehmen und hinkt als 12. seinen Ansprüchen mit ebenfalls nur fünf Punkten klar hinterher.

Nach dem überraschend klaren 4:1 gegen Leverkusen traten die Wolfsburger vor 35 847 Zuschauern im Berliner Olympiastadion von Beginn an selbstbewusst und dominant auf. Vor allem über Herthas rechte Seite, auf der Marcel Ndjeng verteidigte, initiierten die Gäste einige verheißungsvolle Offensivaktionen. Die beste Chance vergab Vieirinha: Gefährlich und temporeich zog der Portugiese mit dem Ball in den Strafraum, nachdem Kevin de Bruyne ihn bedient hatte (31.). Hertha-Torhüter Thomas Kraft klärte mit dem Fuß.

Die Gastgeber holten sich Selbstbewusstsein zunächst über eine kompakte Defensive. In der bislang so anfälligen Berliner Abwehr war der niederländische Routinier John Heitinga wieder an die zentrale Position gerückt.

Neuzugang Kalou kam schon in den ersten 20 Minuten zweimal in die Gefahrenzone, blieb aber erst noch ohne Abschluss. Einen Kopfball des fleißigen Hajime Hosogai entschärfte VfL-Keeper Diego Benaglio (27.). Zehn Minuten vor der Pause ließ sich dann Wolfsburgs Linksverteidiger Ricardo Rodriguez völlig überflüssig den Ball von Ndjeng abluchsen. Dessen präzise Flanke musste Kalou nur noch einnicken.

Wolfsburg, im Vergleich zum Leverkusen-Spiel mit Innenverteidiger Timm Klose für Robin Knoche und Offensivkraft Ivica Olic für Daniel Caligiuri in der Anfangsformation, blieb das überlegene Team, nutzte aber auch eine klare Überzahlsituation bei einem Konter nicht (41.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde ein Schuss des Belgiers de Bruyne noch in letzter Sekunde von Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger abgeblockt.

Nach dem Wechsel brachte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking Caligiuri, später auch Aaron Hunt und Ivan Perisic für die Offensive. Die Gäste bemühten sich, agierten aber weitestgehend ideenlos. Aus der klaren spielerischen Überlegenheit konnten die Niedersachsen gegen aufopferungsvoll kämpfende Berliner keinen zählbaren Nutzen ziehen. Auf der Gegenseite bot sich Kalou (70.) eine weitere Schusschance, der 29-Jährige scheiterte an VfL-Torhüter Diego Benaglio. Am Ende reichte es für den ersten Sieg der Hertha gegen Wolfsburg seit sieben Jahren (2:1).

Von Ingo Barrenscheen

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