Fußball – Bundesliga: VfL vergibt leichtfertig Sieg über Eintracht

Teufel steckt bei Wölfen im Detail

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Lange hielt Wolfsburgs Linksverteidiger Ricardo Rodriguez (r.) den Frankfurter Aleksander Ignjovski in Schach. Vor dem 2:2 kam der Eintracht-Verteidiger ungehindert zum Flanken.

Wolfsburg. Klaus Allofs hatte es schon vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt geahnt. Das Thema Konsequenz werde die Wolfsburger Bundesliga-Fußballer noch länger beschäftigen. Nach dem 2:2 (1:1) sah sich der VfL-Manager bestätigt. „Wir waren nicht im Siegermodus.

Das war nicht zu Ende gedacht, nicht zu Ende gespielt“, ärgerte sich Allofs über die Nachlässigkeiten der Wölfe.

An Junior Malanda, der wie in München (1:2) aus kürzester Distanz vergab und die Grün-Weißen in der ultimativen Minute (90.+4) um ein besseres Ergebnis brachte, wollte Allofs das Unentschieden nur bedingt festmachen. „Das ist der falsche Ansatz“, erkor der einstige Stürmer den Mittelfeldmann nicht zum alleinigen Sündenbock.

„Wir hatten zu viele Unsauberkeiten und Ballverluste in unserem Spiel“, analysierte Trainer Dieter Hecking und nahm wie Allofs alle Kicker in die Pflicht. „Viele Spieler sind noch nicht da, wo sie im letzten Jahr waren. Deshalb sieht es nicht aus wie im Lehrbuch“, so der Wolfsburger Manager.

Stimmt. Obwohl die Wölfe gut begannen und die Frankfurter im Griff hatten, fehlte in der Offensive der Zug zum Tor. Bezeichnend, dass Abwehrchef Naldo (15.) mit einem brachialen Freistoß aus über 30 Metern für das 1:0 sorgte.

Für Sicherheit und eine größere Selbstverständlichkeit im eigenen Spiel sorgte die Führung nicht. Die Hausherren drängten nicht auf das 2:0, ließen die Eintracht mitmachen. Takashi Inui glich unter Mithilfe von Sebastian Jung (23.) aus.

„Wir waren in der ersten Halbzeit nicht so gut und gehen glücklich mit 1:1 in die Pause“, meinte Jung. Der starke Robin Knoche und Luiz Gustavo bewahrten die etwas orientierungslosen Wölfe mehrfach vor einem Rückstand.

Nach dem Seitenwechsel wurde Wolfsburg wieder stärker, auch wenn klare Chancen Mangelware waren. Dank der starken Einzelkönner Kevin de Bruyne und Maximilian Arnold ging der VfL doch noch (79.) in Führung. Für sieben Minuten. „Das geht nicht. Wir müssen die Flanke verhindern“, sagte Naldo konsterniert. Arnold („Habe Mitschuld am 2:2“) ließ Ricardo Rodriguez mit Marco Russ und Vorlagengeber Aleksander Ignjovski allein. Joker Vaclav Kadlec stach eine Minute nach seiner Einwechselung (86.).

„Wenn man 2:1 führt, muss klar sein, dass man das Spiel gewinnt. Dann müssen wir so clever sein und das Spiel über die Runden bringen“, ärgerte sich Hecking über die mangelnde Konzentration und die zahlreichen „Detailfehler“ bei seiner Mannschaft. Derzeit fehlt es bei den Wölfen noch an vielen Kleinigkeiten und das betrifft sicher nicht nur den Pechvogel Junior Malanda bei seinen verpatzten Großchancen.

Von Matthias Jansen

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